Druckschrift 
KZ Sachsenhausen / im Auftrag des Hauptausschusses "Opfer des Faschismus" herausgegeben von Lucie Großer
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
  

In den Abendstunden des 11. Oktober 1944 wurden unsere 27 Genossen bei einbrechender Dunkelheit schwer gefesselt, von einem riesigen Aufgebot bis an die Zähne bewaffneter SS- Forma­tionen bewacht, dann aus dem Lager geführt. In ohnmächtiger Wut und tiefem Schmerz nahmen wir Abschied von ihnen. Wir wußten, daß unsere 27 Genossen im Kampfe gegen Faschismus und Barbarei trotz jahrelanger Haft mutig und ungebeugt ge­fallen waren.

Wenige Tage später traten über 100 der übrigen Angeklagten den Marsch in das Vernichtungslager Mauthausen an, wo sie von alliierten Truppen befreit wurden.

Die Namen der 27 Opfer, der Helden des antifaschistischen Kampfes, sind:

Ernst Schneller Matthias Thesen Rudolf Mokry

Erich Bolze

Hans Rothbart

Heinz Bartsch August Sandtner Ludgar Zölligkofer Josef Tschub Alfred Ahrend

Andre Bergeron

Fritz Bücker

Emil Dersch

Ernst Fürstenberg Willi Grübsch Arthur Hennig Dietrich Hornig Otto Kröbel Rudolf Hennig Erich Mohr Roger Robine

Josef Rutz

Wilhelm Sandhöfel

Gustav Spiegel

Kurt Szalek

Sigismund Szredski

Der Name eines 16jährigen französischen Antifaschisten ist unbekannt.

Karl Raddatz..

Laufende Aktionen im Konzentrationslager

Sachsenhausen von 1940 bis 1945

1. Aktion gegen Polen im Jahre 1940( 9. November):

Dabei wurden 33 Polen erschossen; der dazu vorhandene Grund waren die Bromberger Ereignisse.

2. Aktion gegen russische Kriegsgefangene Mitte 1941( Septem­ber- Oktober):

Dabei wurden 16 000 russische Kriegsgefangene erschossen. Jeden Abend fuhr 4- bis 5mal ein Lastwagen vor das russische Kriegsgefangenenlager und fuhr von dort wieder vollbeladen zurück zum Industriehof.

29

29