WIR KONZENTRATIONÄRE
Wir standen im Schlamm und gruben im Moor Und haben im Steinbruch gewühlt; Wir trugen die Last, die schwere.
. Wir stöhnten und fluchten im täglichen Chor,
Wir hatten das Gleiche gefühlt
Als Konzentrationäre!—
Und zogen wir morgens zur Arbeit hinaus,
Und schlug uns der Knüppel, wir wurden nicht weich, Wir hielten zusammen das Grausamste aus,
Und beugten uns nicht, ob arm oder reich.
Wir lernten das Hassen, den heiligen Brand,
Dort wurde geschmiedet das eiserne Band!—-
Wir trugen den Galgen zum Sonntagsdräll Und sahen des Todes verzerrtes Gesicht,
Doch werden wir’s niemals vergessen,
So standen wir stundenlang still,
Gehorchten dem Zwang, erfüllten die Pflicht,— Kannst du uns’re Rache ermessen?!
Ob Russe, ob Deutscher oder Franzos,
Dort wurde der Grenzpfahl für immer gefällt. Wir trugen gemeinsam das härteste Los,
Laßt uns nun erobern gemeinsam die Welt! Der Schlachtruf aus unserer Konzentration: Für Freiheit und Gleichheit in jeder Nation!
Junger Tag— neues Leben
Ja, der junge Tag näherte sich selbst mir im dunklen Verließ. ‚Mit brennenden Augen schaute ich zu dem kleinen Spalt des Bretterfensters. Wie eine Offenbarung drang durch die zierliche Fuge das immer stärker werdende Licht zu mir, mein Herz mit neuer Hoffnung füllend. Dieser zarte Lichtblick, in schönster Er- füllung des Wortes, ließ mich langsam aus dem, Trancezustand der schweren, schwarzen Nacht erwachen. Und der Körper ver- langte gebieterisch sein Recht. Das Geschwisterpaar, Hunger und Durst, bohrten und nagten in der guten Absicht, daran zu er- innern, daß der Körper erhalten werden muß. Und schon meldet sich auch der Verstand: Werden und wollen sie mich verhungern lassen?


