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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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,, Na, ihr hier, auf dem Block."

,, Nein, Herr Doktor, wir werden niemanden auswählen!" Zenkteller schaute ihn erstaunt an.

,, Was soll das bedeuten? Meuterei?"

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,, Keine Meuterei!" erwiderte ruhig Piasecki, ohne den Kopf von der Kartei zu heben. Es gibt einfach auf dem Block niemanden, der eine sachliche Auswahl durchführen könnte. Ich weiß in der Kartei, den Rapporten und den Meldungen Bescheid. Der Block­älteste hat seine Arbeit im Lager. Das Pflegepersonal ist dazu wenig geeignet und der einzige Arzt ist schon seit zwei Tagen krank... Außerdem richten wir uns nicht nach den Auschwitzer Gebräuchen, welche Ihnen ja so sehr gefallen. In Auschwitz ist übrigens die Auswahl eine Sache der SS - Männer und nicht der Häftlinge."

,, Aha. Ich verstehe schon. Die Herren sind zu zart veranlagt, was? Ich werde es nicht unterlassen, diesen Vorfall dem Lagerführer zu melden. Und vorläufig bitte ich, die Kranken zur Durchsicht vor­zubereiten. Ich werde persönlich die Auswahl vornehmen."

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Wie Sie denken."

Um halb sieben Uhr standen auf der Stube Nr. 4 hundert nackte Häftlinge, welche Dr. Zenkteller zum Tode bestimmt hatte.

Alles war in unheimlicher Erwartung des Professor" Clairs, der den Kranken die todbringenden Spritzen verabreichen sollte. Gegen sieben Uhr kam aus der Blockführerstube ein Melder und brachte die Nachricht, daß Clair nicht kommen würde. Nach einer kurzen Überlegung lief Zenkteller schnell zum Rapportführer. Nach einer Viertelstunde kehrte er wieder zurück. Unter dem Arm trug er einen Sterilisator und in der Hand eine Flasche mit einer grauen Flüs­sigkeit.

Ich sprach mit dem Rapportführer. Ich werde allein die Spritzen geben. Da ich jedoch kein Phenol habe, werde ich Lysol gebrau­chen. Hoffen wir, daß alles gut gehen wird. Vier Mann brauche ich dabei zur Hilfe,"

Ohne ein Wort zu sagen ,, teilte ihm Piasecki vier Hilfspfleger zu. Es ging schlimmer, als Dr. Zenkteller es annahm. Das Lysol, zwar nicht schlecht, um Insekten zu töten, erwies sich jedoch zu schwach, um damit Menschen zu beseitigen. Die eingespritzte Fünf- Zentimeter­Dosis war gänzlich ungenügend. Die Kranken, welche die Spritzen empfangen hatten, begannen unmenschlich zu schreien. Sie fielen unter furchtbaren Schmerzen zu Boden, aus dem Munde brach ein schaumiges Blut hervor.

Es entstand ein Tohuwabohu, in dem Zenkteller den Kopf gänz­lich verlor. Mit der vollgepumpten Spritze lief er von einem Häft­ling zum anderen, um die Dosis zu ergänzen. Die restlichen Todes­kandidaten liefen mit unheimlichem Geschrei auseinander. Auf

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