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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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Die letzten Ereignisse scheinen ihn nicht berührt zu haben. Mit einer sicheren Bewegung greift er nach seinen Zigaretten, nimmt ein Streichholz, zündet es an, schaut eine Weile zu, wie es abbrennt, bläst es aus, wirft es auf die Erde und macht einen tiefen Zug. Erst dann nimmt er am Gespräch teil.

Das Ergebnis ist, daß zehn weitere Häftlinge aufgerufen werden. Diese bekommen den Befehl, die Erschossenen zu entkleiden und die Leichname am Eingangstor in eine Reihe zu legen. Nach unge­fähr zwanzig Minuten haben sie ihre Arbeit beendet. Am Tor liegt auf einer Seite ein Haufen blutbefleckter Lagerkleidung, auf der anderen Seite liegen in einer Reihe elf Menschenkörper, der älteste von ihnen konnte wohl sechsundzwanzig Jahre alt sein.

Nun versuchen die zehn Häftlinge in ihre Reihen zurückzu­kehren, aber Aumeier hält sie an.

,, Was, ihr denkt wohl, daß dies schon alles ist? In einer Linie antreten!"

Die Geschichte wiederholt sich. Nach einigen Minuten liegen alle mit zerschossenen Schädeln. Die nächsten zehn Häftlinge kehren nach Entkleidung der Toten ungehindert in die Reihen zurück.

Aumeier hat es offenbar satt. Er ruft den Blockältesten heran. Rudolf meldet sich etwas unsicher und mit klappernden Zähnen.

,, Diese Hunde", beginnt der Lagerführer ,,, erhalten nichts zu fressen. Wenn sie sich bis vier Uhr nicht entschlossen haben, ihre Anführer auszuliefern, werden alle erschossen." Die letzten Worte spricht er sehr laut und, indem er sich an alle wendet, fragt er: ,, Habt ihr verstanden?"

Diesmal antwortet ihm niemand.

Aumeier schaut eine Weile erstaunt auf die Reihen, endlich spuckt er aus und geht in der Richtung des Tores. Seine SS - Leib­garde folgt ihm. Und hinter ihnen schloß sich das Tor.

Da begann Rudolf mit dem Taschentuch seine schwitzende Stirn abzuwischen.

..". Er schüttelte mehrere Male ,, Menschenskinder... So was den Kopf und nahm plötzlich eine merkwürdig. tapfere Haltung ein. ,, Alles setzen!" brüllte er laut, worauf er noch dem Torhüter zurief: ,, Und du paß auf! Wenn jemand in Sicht kommt, so gib ein Zeichen!". Stolz auf seine ,, heldenhafte" Anordnung begab er sich auf den Block. Auf dem Hofe wurde es jetzt laut. Alle sprachen erregt durcheinander. Einige ernstere Häftlinge gruppierten sich um die ,, Latrinenkarre". Sie sprachen dort etwas miteinander, und darauf­hin trat einer von ihnen, Dr. Jablonowski aus Warschau , vor die Front:

,, Kameraden, gebt mal acht! Es unterliegt keinem Zweifel, daß Aumeier sein Wort halten wird. Nach Verständigung mit einigen

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