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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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Aber verdursten und verhungern muß furchtbar sein... Ich habe irgendwo in einem Sensationsroman eine Beschreibung darüber ge­lesen. Man hatte den Romanhelden in einen dunklen Keller ge­sperrt, wo er einige Tage ohne Speise und Trank blieb. Zum Glück fand ihn in letzter Minute ein genialer Detektiv...

-

Das war in einem Roman möglich., Mir hilft weder ein Detektiv, noch sonst etwas. Wie war doch die Beschreibung? Zuerst kommen die Schmerzen unwillkürlich berühre ich mit der Hand meinen Leib. Da ist noch nichts zu spüren. Es schmerzt noch nichts Dann kommt das Fieber... Ohrensausen Halbschlaf Und später

der Tod!

.

Das wäre ja noch nicht so schlimmm. In Wirklichkeit muß es ja noch viel schlimmer sein! Der Verfasser des Romans hatte entweder keine Phantasie oder er war nie hungrig gewesen

,, Kollege!" höre ich plötzlich den Nachbarn flüstern.

Was denn?"

,, Was meinst du, sind irgendwelche Aussichten vorhanden?" Ich fühle, wie die Stimme des Fragenden um eine bejahende Ant­wort fleht. Wut packt mich... Ein Weib, verflucht nochmal! Win­selt schon nach den ersten Stunden. Den muß ich zur Räson bringen! ,, Aussichten? Worauf?" frage ich dumm.

,, Na ja, du weißt doch! Kommen wir hier heraus?" Ich lache laut auf.

,, Wir werden diese Zelle auf jeden Fall verlassen. Man wird uns hinaustragen, Herr Kollege", erwiderte ich mit voller Genugtuung. Er seufzte auf.

,, Das ist ja furchtbar! Weißt du, im letzten Brief schrieb mir meine Frau, daß sie mir einen Sohn geboren hat. Ich habe ihn noch nie gesehen", seine Stimme scheint zu versagen, so zittert sie. ,, Ich habe damit gerechnet, daß ich irgendwie durchhalten... und daß ich den Jungen... sehen werde..."

Es wird mir übel... Ich fühle einen merkwürdigen Krampf in der Kehle, eine warme Feuchtigkeit unter den Augenlidern auch ich...

Denn

In der Dunkelheit klopfe ich dem Nachbarn auf die Schulter.

"

Vielleicht werden sie uns doch herauslassen", spreche ich un­willkürlich und bin mir zugleich dessen bewußt, daß diese plötzliche Sinnesanderung unsagbar dumm klingen muß.

Als Antwort höre ich ein leises Schluchzen. Ich drehe ihm den Rücken zu und nehme mir vor einzuschlafen.

Da beginnt hinten jemand laut zu beten. Merkwürdig schwingt die leise Stimme in der akustischen Zelle. Etwas Übernatürliches tönt in ihr mit... Die Worte des Gebets, die uns aus unserer Kind­heit so gut bekannt sind, bekommen eine andere Bedeutung

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