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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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Mütze in der linken Hand, von der Spitze der Kompanie nach dem Tor, wo soeben Blockführer Gerlach erschienen ist...

Eine kurze Meldung.

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Gerlach mustert alles. Langsam schreitet er die Reihen ab und zählt sehr genau. Er schaut jedem ins Gesicht, den hackt er, jenen schlägt er und geht würdevoll und gewichtig weiter. Er hat das Nachzählen beendet. Gleichgültig schaut er ins Buch, vergleicht. Es stimmt! Langsam begibt er sich zum Tor, durchschreitet es und geht zum Appellplatz des Lagers, um dem am Pult amtierenden Rapportführer Bericht zu erstatten.

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Und wir stehen inzwischen. Stramm, mit nach rechts gedrehten Köpfen, unbeweglich, fast nichtatmend. Der Blockälteste, Stuben­dienste und Kapos kreisen zwischen den Reihen und beobachten jede geringste Bewegung. Man darf sich nicht rühren, man darf nicht ausruhen, nicht einmal husten darf man.

Jemand hustet gerade. Eine Weile später schreit er schon.. Und wieder schweigt er.

Das dauert etwa eine Viertelstunde. Endlich kehrt Gerlach zu­rück. Er übergibt dem Block ältesten das Rapportbuch... Schluß... ,, Augen gerade aus!... Rührt euch!

Pfuu... Es ging glücklich vorüber ,, Arbeitskommando antreten!..."

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Wieder Bewegung. Wir stellen uns zum Aufmarsch auf. Fünfer­reihen. Dreihundert Menschen laufen auf dem kleinen Hofe durch­einander. Jeder sucht seine Fünferreihe...

Und wieder Knüppel...

Endlich stehen wir. Wir stehen so eine gute halbe Stunde zum Ausmarsch bereit.

Schließlich heißt es:

,, Im Gleichschritt!... Marsch!... Singen!..." ,, Die blauen Dragoner, sie reiten!..."

Ich marschiere in einer Fünferreihe mit Ali zusammen. Die Nacht hat uns etwas gestärkt. Ich fühle mich stark genug, aber der Hin­tern schmerzt, nicht zum Aushalten. Von Zeit zu Zeit betaste ich meinen Körper. Alles ist geschwollen, hart, aber das Fieber ist vor­über. Vielleicht geht es noch ohne Phlegmone ab, die fast immer die Folge starker Schläge ist...

Unterwegs kommen wir an den Kommandos des Lagers vorbei, die zum Ausmarsch bereit sind. Ich sehe Kameraden, die mich vor­sichtig in den Reihen suchen... Jemand winkt mir unmerklich zu. ,, Halte dich!"

Ich tue, was ich kann...

Wir durchschreiten das Tor, und nach einer Viertelstunde sind wir in der Kiesgrube. Auf ein Kommando laufen wir auseinander,

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