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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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Wieder Stille. Da hörte ich nach einer Weile Schritte und bald darauf ein bezeichnendes Geräusch beim Eimer.

Ein neuer Gedanke kam mir.

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Ali!"

,, Was denn?"

,, Hörst du?"

"

Was?"

,, Jemand gießt in den Eimer... wir haben Wasser..."

,, Bist du verrückt?"... Er schien jedoch zu überlegen, nach einer Weile fügte er hinzu:

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Vielleicht hast du doch recht!".

Tch wartete einige Minuten ab, bis der Betreffende seine Sache erledigt und sich entfernt hatte; dann rutschte ich vorsichtig, mit dem Handtuch in der Hand, vom Bett herunter.

Ich hatte ausnahmsweise Glück, denn bis zu diesem Augenblick waren nur Interessenten mit kleinen Angelegenheiten zum Eimer gekommen.

Ich tränkte mein und Alis Handtuch, wrang sie aus und kehrte ins Bett zurück.

Der kühle, saure Umschlag wirkte wunderbar auf die entzün­deten Muskeln. Es stank zwar ein wenig, half jedoch herrlich... Während der Nacht wechselte ich die Umschläge einige Male.

III. Kapitel

Ich wurde vom Befehl des Stubendienstes geweckt. ,, Aufstehen!".

-

-

So schnell ich nur konnte, rutschte ich vom Bett und begab mich in den überfüllten Waschraum. Es war ein kleiner Raum mit zwölf Wasserhähnen, um die sich über hundert Häftlinge drängten und warteten, bis die ,,, Prominenten" Kapos und Vorarbeiter ihre Morgentoilette zu beenden geruhten. Die hatten es jedoch nicht eilig. Langsam und sorgfältig seiften sie sich mit guter Toilettenseife ein, genossen lange die Wohltat des Einschäumens, spülten den Schaum ab, seiften noch einmal ein und spülten wieder ab. Ein ,, Pipel", der schon in der Nähe wartete, rieb den erfrischten Wür­denträger mit einem Frottiertuch trocken. Erst nachher wurde der Wasserhahn dem Pöbel" freigegeben. Nun begann der Kampf ums Wasser. Jeder Häftling bemühte sich, wenigstens dem Anschein nach, den Oberkörper ins Wasser zu tauchen, denn in den Stuben­türen stand der Stubendienst und kontrollierte die Eintretenden. Wer nicht naß genug war, bekam an Ort und Stelle fünfundzwanzig aufgebrummt...

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