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Mützen ab ... : eine Reportage aus der Strafkompanie des KZ. Auschwitz / Zenon Rozanski
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,, Runter!"

Ich bückte mich sofort, indem ich das Gesäß ausstreckte. Aus der Lagererfahrung wußte ich schon, daß die Hinterteile die am meisten widerstandsfähigen Teile des Körpers sind.

Der Schmerz, den ich beim ersten Schlag verspürte, war unheim­lich. Meine Muskeln waren von den ersten fünfundzwanzig Schlä­gen noch geschwollen, hart und empfindlich bis zum äußersten. Die Schläge, die mich nun trafen, riefen einen kaum beschreibbaren Schmerz hervor. Wie ein Verbrühen, wie ein brennendes Stechen ging es durch meinen ganzen Körper und erhitzte mich so, daß es nicht zu halten war. Augenblicklich dampfte ich vor Schweiß.

,, Auf!" hörte ich befehlen. Ich hatte ,, nur" fünfzehn Schläge be­kommen. Hinten rann es mir die Beine herunter.

,, Du stinkst, du dummes Schwein", bemerkte Reinhold, und fügte hinzu, ich gebe dir zehn Minuten Zeit, damit du dich in Ordnung bringen kannst."

Ich schlug die Hacken zusammen und im nächsten Augenblick befand ich mich schon in der Latrine. Das Reinemachen nahm nur fünf Minuten in Anspruch. Die nächsten fünf Minuten saß ich im Gras und massierte mein überanstrengtes Gesäß.

Bis zur Mittagspause erledigte" Reinhold noch den zweiten Juden. In unserer Gruppe blieben nur noch vier Mann.

Aber das Arbeitstempo wurde jetzt deutlich langsamer. Wir fuhren allein, denn unser Vorarbeiter nahm jetzt an der Judenjagd teil, die an der Postenkette veranstaltet wurde. Es war ein beliebter Zeit­vertreib des Kommandoführers der SK, Edelhardt.

Das Spiel sah folgendermaßen aus: Das Abeitsgelände war mit einer Postenkette umgeben, die aus SS- Männern bestand. Die Posten waren angewiesen, auf jeden Häftling zu schießen, der es versuchte, die Postenkette zu überschreiten. Der Kommandoführer Edelhardt wählte täglich einige Häftlinge, vor allem Juden aus, die er der besonderen Obhut der Vorarbeiter, wie es unser Reinhold war, emp­fahl. Diese bearbeiteten die Auserwählten" so lange mit Stöcken, bis jene verzweifelt in die Postenkette hineinliefen. Die Posten waren natürlich in den Spielplan" eingeweiht und warteten, bis die Laufenden sich einige Meter von ihnen entfernt hatten, dann knallten sie die Fliehenden" wie Hasen ab. Nachher erhielt der Posten drei Tage Sonderurlaub, weil er die..Flucht" eines Häftlings verhindert hatte. Und die Familie des Häftlings bekam die Nach­richt, daß ihr Angehöriger auf der Flucht erschossen wurde. An den Tagen, an denen neue Judentransporte ankamen, stieg die Anzahl solcher ,, auf der Flucht Erschossener" bis zu fünfzig.

So ging der erste Arbeitstag in der Strafkompanie vorüber. Nach einem Pfiff bildeten alle Gruppen eine Kolonne. Man zählte die

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