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raum der Aufseherinnen, der neben dem Büro der Ober- aufseherin lag. Es ist nur zu verständlich, daß ich jedes- mal schnell das für den Block II bestimmte Päckchen Briefe durchsah, ob etwas für mich dabei sei. Und war ein Brief an mich dabei, dann schlug das Herz wild vor Freude; war aber nichts da, wie so oft,— denn wir durf- ten ja alle vier Wochen nur einen kurzen Brief von fünf- zehn Zeilen empfangen— dann war die Enttäuschung groß.
Als ich den ersten Brief unserer lieben, kranken Mut- ter im Konzentrationslager erhielt, der so voller Sorge und Güte war, eben so, wie nur eine Mutter schreiben kann, da habe ich vor tiefem Weh lange bitterlich ge- weint. Nun wußte die Gute alles und trug wohl noch schwerer an meinem Schicksal als ich selber.— Einmal erhielt ich von lieben Freunden eine Kunstkarte mit dem Münsterischen Dom darauf. Im Hintergrund das liebe, alte Münster , die Heimat. Von dieser Karte habe ich mich, obwohl wir verpflichtet waren, die Post zu zer- reißen, bis zu meiner Entlassung nicht mehr getrennt. Ja, ich gestehe es ohne Scham, ich habe jede Nacht mit die- ser Karte geschlafen und sie an jedem Abend lange, lange betrachtet.„Sei gegrüßt in weiter Ferne, teure Heimat, sei gegrüßt!”" Regelmäßig schrieb mein ältester Bruder, mir alles Neue aus unserer großen Familie berichtend. Leider habe ich manche seiner Briefe nicht erhalten. Monate hindurch war ich in dieser wildbeweg- ten Zeit, wo man sich um alles, was man lieb hatte, be- sonders sorgte, ohne jede Zeile. Oft waren die Briefe zerschnitten, ganze Stellen mit einem Messer ausge- kratzt, andere Sätze mit dickem Rot- oder Blaustift durch- gestrichen. Meine Mutter, die in all ihren Briefen uns Kinder immer neu dem Schutze Gottes anbefiehlt, hatte in ihrem ersten Brief den Satz geschrieben:„Gott behüte Dich, mein Kind!" Dieser schlichte Wunsch einer tief- gläubigen Mutter für ihr armes, gequältes Kind in der Verbannung, war von der Postzensurstelle mit einem Rot- stift dick durchgestrichen, und daneben stand in großen Buchstaben das Wort:„Quatsch! Daß man es wagen
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