Bewachung im Lager war. Das war allerdings nicht sehr oft der Fall.

Es gab unter den Häftlingen des Blockes II manche künstlerisch Begabte. Einige neigten zum Theaterspielen, andere zu Musik, Tanz und Bewegung. Ich drückte natür­lich beide Augen gern zu, wenn ich merkte: da ist wie­der etwas im Gange. Sie sollten sich nur amüsieren. Dann waren sie hinterher für einige Tage erträglicher, ausgeglichener und frohgemuter.

Man stelle sich unser Leben vor: das Ausgestoßensein, die Unfreiheit, stets unter der Knute leben zu müssen, die erdrückende Ungewißheit, die auf jeder Einzelnen lastete. Ach, wie viele und wie traurige Jahre sollten sie hier noch aushalten? Trostlos war für jede Einzelne die Lage, so ohne Abwechslung, so grau in grau wie dun­kelste Regentage. Und nun eine Stunde ein wenig Fröh­lichkeit und Ablenkung! Meine Dirnen hatten die Fähig­keit, sich in solchen Stunden von ihrem Gefangenen­dasein ganz zu lösen und diese Stunden auch voll zu ge­nießen. Mir war das unmöglich. Aber gern nahm ich nach außen hin an ihrer Freude teil und beteiligte mich auch an den verschiedenen Vorstellungen, indem ich ihnen Balladen oder Gedichte vortrug oder Szenen aus klassischen Dramen. Am liebsten hatten sie, wenn ich ihnen das ,, Gretchen" aus dem Faust" vorspielte. Immer wieder mußte ich das tun. Auch Hitler in sei­nen Bewegungen und Gesten zu imitieren, fiel mir nicht schwer. Das gab dann jedesmal einen Applaus, den ich verbieten mußte, hatte ich doch Sorge, die Wachmann­schaft könne den Lärm hören und dann... Nicht aus­zudenken! Wir wären allesamt in Arrest geflogen.

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Die Jüngsten meines Blockes waren groß in Tanzvor­führungen. Sie tanzten zu einzelnen, zu mehreren, mit ungeahnter Grazie; miteinander mimten sie Liebesszenen, die sich auf jeder Tanzbühne, was Bewegung und Aus­druck anbelangt, bestimmt hätten sehen lassen können. Die Kostümierung dabei war geradezu grotesk. Ja, Häft­linge bringen vieles fertig, wovon ein freier Mensch nichts ahnt. Reich waren sie an Erfindungen, und wenn

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