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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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an diesem Ort bleiben würden. Das Schneetreiben hatte den ganzen Tag angedauert und der Schnee lag bereits sehr hoch an diesem 1. Mai. Mein Schuh- werk war völlig zerrissen. Sowieso war ich ja durchnäßt vom Regen und vom Bach. Wir versuch- ten, uns wenigstens eine notdürftige Liegestätte zu bereiten mit Tannenzweigen. Unangenehm war aber der pfeifende Wind, gegen den wir unsere Decken aufzuspannen versuchten. Dafür hatten wir nichts, uns zuzudecken. Da von den 35 noch beim Zuge weilenden Priestern Verschiedene kaum mehr laufen konnten auch ich hatte Blasen an den Füßen und gesteigerte Hüftschmerzen so schlug ich vor, obs Zweck habe oder nicht, doch einmal beim SS-Obersturmführer, der den Zug leitete, vor- stellig zu werden, ob wir Priester, ältere und kranke darunter, nicht in eine Scheune oder in das nächste Dorf zum Pfarrer gebracht werden könnten. Der Pfarrer könnte uns zumindestens in der Kirche un- terbringen, dann hätten wir doch ein Dach über dem Kopf und wären aus dem Schneetreiben heraus. Eine Kirchenbank erschien in unserer Vorstellung wie ein Himmelbett. Dominikanerpater-Stumpf, als unser Abgeordneter, trug dieses dem SS-Obersturm- führer vor. Dieser es war nicht mehr der brutale Lagerführer Ruppert zuckte mit der Achsel und entließ P. Stumpf ohne Antwort.

Inzwischen war ein Pferd gefallen und mußte notgeschlachtet werden. Häftlinge schlachteten den Gaul und er wurde auch den Häftlingen überlassen. Er wurde förmlich in Stücke gerissen, wobei es fast Mord und Totschlag gegeben hätte, und ich sah Russen und Juden, die die blutigen Stücke ohne jede weitere Zubereitung so verzehrten. Priester sah ich, die ein Stück des Pferdefleisches auf ein Holz- stäbchen aufspießten, ein paar Mal über ein Feuer- chen hin- und herwandten und sich dann auch an ihr Mahl machten.

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