wenige Tage vorher schon verabschiedet, weil die deutschen Priester noch mit einer Entlassung rech- neten, aber das war trügerisch. So konnte ich ihm nur noch kurz die Schreckensnachricht bringen. Der Abschied ging uns beiden sehr nah.
Da sind wir nun etwa 1300 Reichsdeutsche. Die Kranken dürfen und müssen zurückbleiben. Vom Mittag bis zum Abend stehen oder hocken wir nun dort auf unserem armseligen Gepäck in der prallen Sonne. Wir sind noch in unserer Lagerkleidung, müssen also für die Außenstehenden ein merkwür- diges Bild bieten. Denn unsere Kleidung— die ja meist von Ermordeten stammt, ist bunt zusammen- gewürfelt und arg mitgenommen. Ungefähr. die Hälfte von uns allerdings tragen„Zebra“ und wir sind froh darüber wegen der Tiefflieger. Wir hoffen, so als Häftlinge erkannt zu werden, und das bestätigt sich auch später.
Mit mir zusammen sind meine Mitbrüder: P. Pro- vinzial Heinrich Schulte, und P. Josef Fischer. Ich bemühe mich, P. Schulte’s Paket zu einem trag- baren Rucksack umzugestalten, damit er es bequemer tragen kann.
Inzwischen werden auf dem Appellplatz außer uns Reichsdeutschen noch etwa 1500 litauische Juden und gegen 3—4000 Russen zum Transport zusammen- gestellt.
Wir erhalten Verpflegung
1/4 Brot pro Tag, für 2 Tage eine Dose Konserven- fleisch, etwas Käse und Margarine. Doch haben wir an diesem Tag kein Abendessen.
P. Fischer kommt plötzlich mit einem Entschluß zurück,“Er sagt:„Mem Ent- schluß steht fest“. Nimmt seinen Rucksack und ent- fernt sich in der Richtung des Blocks. Es gelingt ihm, den Appellplatz zu überschreiten und die wach- habenden SS -Leute zu passieren, da diese gerade
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