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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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so oft. Aber diesmal wurde ich wirklich entlassen, freilich nicht in die Freiheit, sondern wieder in die UHA. Das Polizeigefängnis war überfüllt und so wurde ich wieder einmal zur Abwechslung ver­legt, blieb aber weiter Polizeigefangener. Immerhin: für mich war das eine sehr frohe Über­raschung und die UHA kam mir geradezu wie die Heimat vor und wie ein Stück Himmel nach der Hölle Klapperfeld. Leider war bei der Aufnahme mein Engel nicht zugegen, denn er war krank. Als ich aber, auf meine Zellenzuweisung harrend, auf dem Gang stand, stellte sich zuerst freudestrahlend Fritz ein. Das war ein frohes Wiedersehen und ein unverhofftes dazu. Er sorgte denn auch gleich durch seinen Chef, den famosen Hauptwachtmeister G., der inzwischen den Arbeitsbetrieb übernommen hatte und dessen rechte Hand im Arbeitsgang Dr. Sch. ge­worden war, daß ich eine Zelle zu ebener Erde be­kam, dem Auge der diensthabenden Wachtmeister fast ganz entzogen und in der Nähe seiner eigenen Zelle.

Nun begannen ein paar schöne Wochen. Zunächst brachte schon der folgende Tag, der 22. Januar, der Todestag unseres ehrwürdigen Stifters, eine frohe Überraschung. Ich wurde zur Lindenstraße abgeholt und hatte Besuch vom Bruder und von der Schwester. An diesem Tag habe ich den Weltrekord im Essen gebrochen. Th. war nicht anwesend; der dienst­tuende Gestapomann erlaubte gnädigst, daß mir zu essen vorgesetzt werden durfte. Ich tat, was ich konnte, und war nach der vorhergehenden Hunger­periode wohl vorbereitet. Die leise Furcht, ich könnte mir den Magen verderben mit den ungewohnten Himmelsgaben, schlug ich leichtsinnig in den Wind. Endlich aber konnte ich nicht mehr und der Butter­brote waren doch noch viele. Ich wollte sie zurück­geben, weil ich ja wußte, daß in die UHA keine Lebensmittel mitgenommen werden durften. Der Gestapomann aber meinte großspurig, wenn er es

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