emsigem Schreiben und manchmal auch einem kurzen Wort über den Gang zum Gegenüber, der gerade an diesem Festtag besonders schwermütig war, er dachte viel an Frau und Kind.
Der Tag wäre allerdings bald böse ausgegangen; denn des Nachmittags beschlich uns ein Wachtmeister mit Filzpantoffeln, entdeckte drei, die über den Gang gesprochen hatten, und suchte den Vierten und der war ich. Nie werde ich verstehen, wie er gerade diesen Tag, an dem sich alle Menschen Gutes tun, zu solch heimtückischem Werk erwählte.
Die anderen drei kamen erbarmungslos in den Bunker. Ich saẞ in Angst und habe schleunigst den schönen Weihnachtsbrief wieder ausgewaschen, da ich eine Zellenvisitation befürchten mußte. Sie kam Gott sei Dank.nicht. Ich hörte zwar, wie mein Gegenüber vernommen wurde, man wollte ihn erpressen, den 4. Mann zu nennen. Er verriet mich aber nicht. Später flüsterte ich ihm zu:„ Wenn Euch Nachteile erwachsen, melde ich mich freiwillig!" Er antwortete: ,, Keinesfalls, Du kannst uns nicht nützen und von mir bekommt er's nicht heraus!"
Wäre
es herausgekommen, so wäre außer dem Bunker Entzug aller Vergünstigungen die Folge gewesen, d. h. ich hätte keine Wäsche mehr von draußen empfangen können und das hätte nicht nur Gustels Butterbrote gekostet, sondern, was noch schlimmer war, meine Hemdenpost zum Gewaltabschluß gebracht. Von der Verrohung der Wachtmeister und der geistigen Verwilderung durch den Nationalsozialismus, gleichzeitig von der unmenschlichen Behandlung der Juden, erlebte ich ein furchtbares Beispiel. Auf unserem Gang lag wenige Zellen weiter ein jüdischer Rechtsanwalt, der früher in Frankfurt ansässig war, nach dem Judenprogrom aber nach Frankreich gezogen war. Dort war er nach der Eroberung Frankreichs festgesetzt worden und, nachdem er schon jahrelang in einem Judenlager dort inhaftiert war,
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