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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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ist. Nun ist aber eine drängende Unruhe in mir, um jeden Preis einen solchen Weg zu finden, denn die Tage sind mir wieder schrecklich. Von 5 Uhr mor­gens bis abends 7 Uhr ohne jede Beschäftigung, nur dem Hunger und der gähnenden Leere überlassen, das hält der stärkste Mensch auf die Dauer nicht aus. Zudem hatte ich in der Hammelsgasse nun so schön wieder mit meiner Arbeit begonnen. Ja, wenn ich doch nur arbeiten könnte! Aber es fehlte ja alles, bis auf ein winziges Bleistiftstümpchen, dem Ge­schenk meines guten Engels, das ich in der dicksten Naht meines Überziehers verborgen hatte und das so der Kontrolle des aufnehmenden Wachtmeisters im Polizeigefängnis entgangen war. Ich grüble und grüble immer wieder und eines Tages ist mein Plan fertig.

Mir gegenüber lag ein sogen. gefallener Engel", das ist ein SS- Mann, der wegen eines Sittlichkeitsver­brechens eingesperrt war. Dieser Mann war in Frankfurt daheim und hatte Frau und Kind. Wir hatten an den Abenden, wenn wir uns unbeobachtet wußten, wohl über den Gang miteinander gesprochen und ich hatte ihm den Kopf öfters zurechtgesetzt; denn er litt an seelischen Depressionen. Er nun ver­suchte verschiedentlich mit seiner Wäsche einen Kas­siber hinausgehen zu lassen( so nennt man die ge­schmuggelten Briefe der Gefangenen). Er fing es ganz schlau an, machte sie feucht, rollte sie zusam­men und befestigte sie innen an der Hemdnaht. Dieser Weg schien mir einmal zu gefährlich für meine Absichten; denn wenn schon ein harmloser Gruß mit vier Wochen Bunker und Entzug sämt­licher Vergünstigungen, z. B. Wäscheempfang u. a. m. bestraft wurde, so wären die Dinge, die ich hinaus­schaffen wollte, allzu interessant für die Gestapo gewesen, hätten überdies meine Verwandten und die Gustel in die größte Gefahr gebracht, auch eingesperrt zu werden. Und dann boten die kleinen Zettel, die er auf diesem Weg hinausschaffen konnte, ja auch

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