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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
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bei dem wir immer unsere Pritsche verlassen, aber im Dunkeln in unserer Zelle verbleiben mußten, wurde die ganze Gegend durch Leuchtbomben tag­hell erleuchtet. Ich sah dann ganz in der Nähe auf einmal den ersten Christbaum niedergehen. Noch wußten wir damals nicht, was das zu bedeuten hatte, aber dann war für eine halbe Stunde ununterbrochen gewaltiges Motorengeräusch, das sich mit Flakfeuer zu einem Höllenlärm verband, zu hören. Kurze Zeit später vernahmen wir das erste schürfende Geräusch, das uns dann später so wohlbekannt wurde: das Ge­räusch vom Ausklinken der Bomben und Luftminen. Jetzt erhob sich eine furchtbare Panik in den Zellen. Wir merkten die unablässig sich folgenden Einschläge ganz in der Nähe und die Gefangenen schrieen laut: ,, Herr Wachtmeister, Herr Wachtmeister, lassen Sie uns raus, lassen Sie uns in den Keller. Herr Wacht­meister, ich habe Frau und Kind zu Hause, ich habe vier Kinder". U. ä. m. Manche schrieen und heulten vor Angst, und im Frauengefängnis war die Panik womöglich noch schlimmer. Wieder andere schlugen mit allen möglichen Gegenständen gegen die Türen in der freilich vergeblichen Hoffnung, diese Eisen­türen sprengen zu können. Ich selbst war zwar ver­hältnismäßig ruhig, kniete mich unter dem Fenster auf den Boden, weil ich mich da wenigstens vor Splitterwirkung am sichersten glaubte, und dann betete ich. Als nach der halben Stunde das Flak­feuer abebbte, da war über ganz Frankfurt ein ein­ziger blutroter Schein der brennenden Häuser, und Rauchschwaden zogen in dicken Wolken über unser Gefängnis dahin. An Schlafen war in dieser Nacht nicht mehr zu denken, so hatte dieses Erlebnis alle erregt. Man sprach laut über den Gang, diskutierte erregt alle Einzelheiten noch einmal durch und be­klagte sich heftig, daß man uns so ohne weiteres in den Zellen belasse. Dem Gefängnis war außer Fensterschäden in dieser Nacht kein Schaden er­wachsen. In unmittelbarster Nähe jedoch waren

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