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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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einmal aus Erregung nicht, sodann: weil das Essen unglaublich schlecht zubereitet ist. Wieder gehe ich unruhig den ganzen Nachmittag in meiner Zelle auf und ab: 4% Schritte hin, 4% Schritt her und über­denke immer und immer wieder das Protokoll. Mir ist klar: diese Beschuldigungen sind glatt erfunden. Steckt eine Denunziation dahinter? Ist das überhaupt erst der Vorwand, um später anderes nachfolgen zu lassen? Dazwischen die unsinnige Hoffnung: viel­leicht werde ich doch noch heute oder morgen ent­lassen, am Heiligen Abend. Qualvolles Dahin­schreiten der Stunden. Auch das Stück Brot am Abend weise ich zurück. Wieder eine Nacht: unruhig durch Gedanken, die mich quälen; unruhig durch Ungeziefer, das mich peinigt, und unruhig durch das stündliche Anknipsen des Lichtes( das ist allnächt­licher Brauch im Gefängnis), wobei ich dann durch den Spion( ein groschengroßes Guckloch in der Eisen­türe) von einem Wachtmeister beobachtet werde, ob ich mich nicht etwa schon erhängt habe. Der Heilige Abend vergeht in gleichem Grübeln; gleichem Hin- und Herwandeln in der Zelle wie ein Tier; gleich unsinniger Hoffnung, ich könnte an die­sem Tage noch entlassen werden dazwischen aber auch religiöse Besinnung und das innere J a zu allem, was kommen soll.

In der Nacht schlafe ich nicht. Bin aber auch nicht unglücklich. Im Gegenteil habe ich das starke Ge­fühl, nun einmal arme Weihnacht mit dem armen Heiland in der Krippe feiern zu dürfen, und siche, schon kommt der erste Gruß von oben. Genau um Mitternacht knirscht leise der Schlüssel im Schloß, das Licht geht an und ein Wachtmeister tritt ein, auf den Zehenspitzen an meine Pritsche herantretend. Frohe Weihnachten, Herr Pater" und er reicht mir die Hand, und einen schönen Gruß von P. Bange und Jung. Die liegen auf dem Gang unter ihnen. Ich habe den beiden auch etwas mitgebracht, aber ich kann ja nicht für alle etwas bringen, das fällt

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