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vielleicht wissen Sie auch, was mit den Deutschen in Prag geschehen wird? Meine Tochter ist nämlich im Grunde gar nicht für die Nazis, aber sie konnte sich doch von ihrem SS- Mann nicht trennen. Ein Jahr ist sie mit ihm gegangen, und gleich Zwillinge hat sie gekriegt. Heiraten wollten sie auch noch nicht, aber er hat sie nach Prag in eine gutbezahlte Stellung mitgenommen. Kontoristin hatte sie gelernt, aber in Prag , da mußte sie- Gott, man darf es eigentlich nicht so laut sagen also da hat sie im vorigen Jahre Juden aussortiert, natürlich nur auf den Listen. Aber wenn das rauskommt, ich meine, sie kann ja nichts dafür, daß es so war, dann könnte ihr womöglich was passieren. Aber sie ist gar nicht mehr für die Nazis gewesen, und mein Mann, der als Eisenbahner jetzt zwischen München und Nürnberg fährt, hat sogar manchmal den englischen Sender gehört."
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,, Juden aussortieren ist jetzt ein schlechtes Geschäft geworden", meint M. sarkastisch.
,, Da können wir nur hoffen", setze ich tröstend hinzu ,,, daß es ihr noch besser ergehen wird als denen, die sie aussortiert hat.".
,, Mußte, mußte", fällt die Mutter energisch ein ,,, was glauben Sie wohl, wenn die da erst gemeckert hätte! Nach Ravens brück ins Lager wär' sie gekommen, wie unsere junge Nachbarin, die gesagt hat, jetzt werde sie fürs Kind wohl nur noch Windeln aus Klosettpapier bekommen.
Wenn die Hintergründe nicht so tragisch wären, müßte man wirklich lachen. Ja, die Welt ist aus der Fasson gekommen, und wir mit ihr. Wer bringt das alles wieder in Ordnung?
,, Wenn es morgen nur nicht regnet", sinnt unsere Bayreutherin. ,, Unsere linke Dachhälfte ist jetzt beinahe weg. Aber das alles ist ja nicht so schlimm, ich habe nur Angst um die beiden Buben, die haben es seit ein paar Tagen im Halse, und heute fiebern sie. Und ein Arzt ist doch überhaupt nicht mehr zu kriegen."
,, Da sehen Sie, wozu es gut ist, wenn man ein Zuchthaus in der Nähe hat", erklärt Dr. M. ,, Ich bin nämlich Arzt. Da sollen die Buben nach fünf Jahren wieder meine ersten Patienten sein. Ich vermute, daß es die Zwillinge sind, die beiden unerwarteten SS - Kinder."
Er vermutet richtig. Wir treten in das kleine Eckhaus, an dem ein Schild besagt, daß die Querstraße Matrosengasse heißt.
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