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Kampf um den Kopf : meine Erlebnisse als Gefangener des Volksgerichtshofes 1943 - 1945 / Gerhard Schultze-Pfaelzer
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sie hätten den Charlie immer schon für einen gewöhnlichen Hochstapler gehalten, und die Sachverständigen nannten ihn einfach einen Psychopathen. Mir ist er ein Rätsel geblieben, dieser Mechaniker der Phantasmagorien. Wer kann den Wahn entlarven? So einfach ist das mit den Manien nicht.

Für die im Orkus des Schiffes beim Nebel der Instinkte überhöhen sich seine Wort und Gesten. Sie reißen uns in eine Welt, in der das Unwahrscheinliche wüst wuchernde Geltung gewinnt.

,, Wißt ihr, wieviel Motoren ich täglich bei den Sowjets aus der Steppe hinterm Ural wachsen ließ? Ich weiß es nicht mehr, und es war auch gar nicht mehr möglich, sie zu zählen. Es war ein Wald von Motoren, es mögen täglich dreißigtausend und mehr gewesen sein, die ganz aus silbrigem Leichtmetall über die langen Fließbänder angelaufen kamen, als seien sie einem unendlichen Strom entwachsen. Erst summten sie melodisch dunkel, als hätten sich alle Bienenschwärme Asiens zu einem Parlament vereinigt. Aber wenn ich in meinem lautlosen Chef­auto an den endlosen Reihen der Prüfstände vorbeifuhr, dann begrüßte mich überall ein Vollgasgebrause, als hätten sich alle Orgeln der Welt zu einem Domkonzert auf den Schroffen des Himalaja zusammengefunden. Ja, ich habe der russischen Taiga einen ungeheuren Odem eingeblasen!"

Fabelhaft, Charlie!"

,, Sag, Charlie, wann ist der Krieg zu Ende? Du mußt es doch wissen!"

,, In sechs Wochen, Jungens. Dann werde ich natürlich sofort­im Flugzeug abgeholt. Ihr wiẞt ja, ich bin amerikanischer Fliegeroffizier. Habe ja neunmal den Atlantik überflogen, da­mals, als das noch schwierig war. Selbstverständlich werde ich sofort eine Luftflotte zur Versorgung Deutschlands heran­kommandieren. Alle anderen Verkehrsmittel sind veraltet. Zu­erst will ich meine Plantagen am Kongo mobilisieren. Schon seit Ausbruch des Krieges habe ich dort die Vorräte für den Tag des Waffenstillstandes stapeln lassen. Jungens, die Kakao­massen! Da liegt Kakaopulver wie Sand in der Sahara. Viel­leicht erzeugt man einen elektrischen Wirbelsturm und läßt die losen Kakaoberge als Wanderdünen nach Europa abtreiben."

,, Charlie, wie ist das mit dem Bohnenkaffee? Kakao macht durstig und stopft, ich bin mehr für Bohnenkaffee!"

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,, Jungens, Kaffeebohnen na ja, für die erste Zeit lasse ich ein paar Geschwader Kaffeebohnen aus Brasilien rüber­

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