auf meinem Gang in das Leben. Alle Büsche und Bäume, ob- gleich noch schmucklos und starr von der Kälte des Winters, schienen mir zu freudigem Blühen bereit. Die Welt nahm mich auf mit den ehrlichen Armen des Lichts, nach dem ich fünf Jahre lang gehungert hatte.
Hinter mir lag es: das Lager! In seiner kalten Versteinerung lag es da, umwuchert vom tödlichen Gespinst grauer Drähte, umzingelt von Mauern und Türmen, mit denen dieses zer- brechliche Gebilde Mensch niedergehalten werden mußte, um nicht den Gang eines Uhrwerks zu stören, an dessen Kette das Gewicht einer unermeßlichen Schuld von Sekunde zu Sekunde tiefer sank.
Noch klirrten die Hämmer in den Werkstätten der Macht, noch rasselten die Transmissionen über den Drehbänken, zwischen deren Spindeln und Backen die letzten Granaten sich formten, noch qualmten die Schlote des Krematoriums und verpesteten mit ihrem stinkenden Rauch dieses Dreieck des Mords.\
Aber irgendwo in den: Wolken kündete ein himmlischer Mund die Heraufkunft des Frühlings.
Ich wendete mich.
„Wenn einmal diese Not lang wie ein Eis gebrochen, dann wird davon gesprochen wie von dem Schwarzen Tod. Und einen Strohmann baun die Kinder auf der Heide,
zu brennen Lust aus Leide und Licht aus altem Grau’n,“


