Druckschrift 
Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen

hohen ager be­

man mit nem die

Existen­ren, und

aftlingen

narische

Unwesen

ewisser­

mit dem

die SS Kriegs­

und dem auf dem

n dieses

alls beim

genannte rer, der tete und

eiten als

also nun, die Ver­elbstver­lich Be­wähnten d; seiner Neben­als auch

und, hof­tausend­

den Er­

ation, die genannte

namens

Corneli in einigen Räumen des Verwaltungsgebäudes der SS- Totenkopfstandarte Oranienburg amtierte.

Es ist mir heute noch nicht ganz klar, in wessen Auftrag und aus welchen Gründen diese Kommission eingesetzt worden war. Einer im Lager kursierenden Parole zufolge, handelte es sich um eine Maßnahme Himmlers, die den Zweck ver­folgte, Mißstände, die im Lager eingerissen waren, zu über­prüfen und zu beseitigen. Was für Miẞstände darunter zu verstehen gewesen wären, ist schwer zu sagen, denn Miẞstand war letzthin alles. Ich kann auch hier nicht annehmen, daß irgendwelche menschlichen Erwägungen die Beweggründe dafür gewesen sein könnten.

Fest steht, daß die Kommission mit außerordentlichen Voll­machten ausgestattet war und als Beauftragte des Reichs­Sicherheitshauptamtes fungierte. Sie stand über der Lager­führung und hatte ein Aufgabengebiet mit zwei verschiedenen Zielrichtungen. Erstens sollte sie wohl im Sinne der schon erwähnten Notwendigkeit das Lager von, kommunistischen Elementen" säubern( ich bin überzeugt, daß die Beseitigung der alten Häftlingsschreibstube auf ihr Betreiben erfolgt war), zweitens richtete sich ihr Augenmerk auf die durch allerlei Korruptionsfälle belastete Lagerführung und die dieser angegliederten und unterstellten SS- Dienststellen­leiter. Es waren also nicht nur die Häftlinge, die den Auftrag dieser Kommission zu befürchten hatten, sondern in einem vielleicht noch höheren Maß die im Lager diensttuenden SS­Angehörigen selbst. Da die Lösung der einen Aufgabe in einem gewissen Verhältnis zur Lösung der anderen stand, war es klar, daß Häftlinge, die gegen die Häftlinge aussagten, nicht davor zurückschrecken durften, auch gegen die SS auszusagen. Es war dadurch der einzigartige, ich darf wohl sagen groteske Zustand geschaffen, daß zwei so erbitterte Gegner wie Häftlinge und SS nun auf einmal einen gemein­samen Gegner hatten. Man kann sich vorstellen, mit welchen Augen die Lagerführung in dieser Situation jene Häftlinge betrachtete, die diesem Gegner eine Handhabe boten und ihm durch ihre Aussagen Material lieferten, das letzten Endes auch die SS belastete. Selbstverständlich versprach die Son­

Nacht 11

161