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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
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Nationalsozialismus bekämpfenden Organisationen durch eine Geldzuwendung meine Sympathie ausgedrückt habe, sei ein weiterer-Beweis für meine staatsfeindliche Gesinnung. Die Höhe des gespendeten Betrages sei dabei von ganz unter- geordneter Bedeutung, da ohne weiteres angenommen werden könnte, daß ich in einem günstigeren Vermögensfalle ebenso- gut 50 oder 500 Mark für diesen Zweck gegeben hätte.

Sollte, so schloß Herr Grimm das Verhör,sich im Laufe der nächsten Zeit herausstellen, daß Ihre Gegnerschaft, die ja ohnedies hinreichend erwiesen ist, sich auch noch in einer anderen, konkreteren Form bekundet, so haben Sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben.

Damit war ich-für diesmal entlassen,

Ich gebe zu, daß es damals, nach diesem ersten Verhör durch die Gestapo , hoch an der Zeit gewesen wäre, den von Herrn Grimm angedeuteten Folgen zu entgehen. Das Land zu ver- lassen, war schon nicht mehr möglich; der Krieg mit Polen hatte seinen Anfang genommen, und jede Ausreisemöglichkeit war unterbunden. Aber was hätte geschehen können: eine sofortige Entfernung allen weiter belastenden Materials, meiner Tagebücher, die sich noch immer in meiner Sollner Wohnung befanden und die einen nicht mehr zu widerlegen- den Beweis für meine Gegsnerschaft erbringen mußten. Aber auch diese Maßnahme unterblieb. Sie unterblieb, weil sich eine Reihe von irritierenden Nebenumständen in den Hand- lungsverlauf einschaltete, Begebenheiten, die es mir im ent- scheidenden Augenblick unmöglich machten, das zu tun, was vielleicht am notwendigsten gewesen wäre. Am Tage des Verhörs auf der Gestapo bot sich mir durch die Verwen- dung eines Bekannten die Gelegenheit, einen Schreiberposten im Verwaltungsausschuß der Münchener Universität zu be- kommen, eine Gelegenheit, die ich mir im Interesse meiner Wirtschaftslage nichtentgehen lassen durfte, deren Vor- besprechungen aber ein mehrtägiges Verweilen in der Stadt notwendig machten. Und gerade in diesen zwei oder drei Tagen vollzog sich das Verhängnis. Die Gestapo wiederholte ihren Besuch in meiner Sollner Wohnung, kehrte diesmal das Unterste nach oben und fand nun auch meine Tage-

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