bücher. Damit fiel ihr ein Material in die Hände, gegen dessen Beweiskraft nichts Entlastendes mehr vorzubringen war. Am 28. November 1939 lud man mich zu einem zweiten Verhör, und am 12. März des darauffolgenden Jahres wurde ich durch einen Telefonanruf aufgefordert, in das Wittels- bacher Palais zu kommen, angeblich um mein gesamtes dort noch lagerndes Schriftenmaterial, einschließlich meiner Tagebücher, abzuholen, Ich wußte, als ich mein Arbeits- zimmer in der Universität verließ, daß ich es nie wieder betreten würde. Ein dunkles Gefühl sagte mir, daß die Tage der Freiheit für mich ein Ende gefunden hatten. Noch wäre Zeit gewesen, mich durch Flucht der drohenden Verhaftung zu entziehen, aber meine Mittellosigkeit und meine über- reizte nervöse Anspannung versetzten mich in einen Zu- stand der Apathie. Es blieb mir schon nichts anderes übrig, als dorthin zu gehen, wohin man mich beschied. Ich tat es — und saß zwei Stunden später in der Zelle Nr.13 des Staatspolizeigefängnisses an der Brienner Straße .
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