± du
no
cht,
im
bell
es,
aren
gen
aren
iner
senEssen
sere
ich
ufer
nnt.
lend
ama
mter! nell
zu
eim!
Auf
u
einer
eite,
von
ltige
!-
aden!
sind Netz
ringt raus.
sich
mmel
r zur
gkeit.
Worte
Behutsam faltete ich den Brief wieder zusammen. Ich gab ihn in den Umschlag zurück und steckte ihn in die Brusttasche. Ein kleiner Sonnenstrahl wärmte meine Kühle. Ihn nahm ich mit in meine dunklen Tiefen.
Um mich spielten froh die Mäuschen, hie und da feuchtete ein von der Decke fallender Tropfen meine müde Hand. Bald war mein Weh wieder dahin, vergessen, verraucht, wie der Mensch dort drüben im Ofen. Wieder und wieder las ich das Brieflein, so oft mein Gram sich meldete, trank ich die trauten Zeilen. Bis der Brief in Stückchen zerfiel. Den halben Brief hatte ich längst verloren, aber die Reste der Zeilen stellte ich wieder zusammen. Ich las, bis schließlich eines Tages das letzte Wort der unvergeßlichen Liebsten in Staub verlorenging.
,, Deine Elfi-!"
Abend war's nun wieder, die Kolonnen schritten müd' und schwer über den Appellplatz. Ein Leichenzug! Blut kostete auch dieser Tag. Ein Kraftwagen mit Leichen passierte soeben das Tor unseres Reviers. Es waren die Opfer der schweren Arbeit, der Brutalität. Erdwärts den Blick in den Sand gelenkt, die Geige in der Linken, so wankte ich über den Platz der Baracke zu, wo wir die Proben abhalten durften. Damals spielten wir das Viotti- Konzert Nr. 23.
Wie lange ist es her, seit ich das mir so tief ins Herz gebettete Violinkonzert spielte? Damals war ich noch frei von jeder Kette. Heute steh' ich am Altar der Kunst, vor dir, du großer Meister, und du empfängst mich Narren im Kleide des Verbrechers. Tröste mich, durchblute mich mit deinem Geist, mit deiner Seele, mit deiner begnadeten Persönlichkeit!
Immer schneller werden meine Schritte, immer größer wird das Drängen in mir, die Sehnsucht nach seinen tönenden Worten. Durch die Weite empfangen mich die Tonleitern und kurz probierten Sätze der Musiker. Ich erkenne den Streichersatz des Andante. Ja, ja, du bist Viotti! Ein wildes Getöse, ein Aufschrei der Instrumente umarmt mich Kommenden. Die Stunde wird zum Feiertag, zum Sonntag, zum Himmel inmitten der Hölle..!
Der Kapellmeister, der bereits acht Jahre die Kette an Leib und Seele trug, ließ gerade die Bläsergruppen einstimmen und überprüfte sorgfältig das A der Streicher, als ich hastig den nur schwach beleuchteten Raum betrat. Bald wurde es totenstille um mich. Das Orchester begann das wuchtige Vorspiel. Ein überirdisches Rollen und Mahnen der Bässe, die sich in die Stimmen der Geigen mischten, fing mich und riß mich aus den Klammern des freudlosen Tages. Die Feierlichkeit der Akkorde bezauberte mich, umrauschte meine Wehmut. Ich konnte nicht mehr da sein, es riß mich empor in die Gigantik der Musik, in die Lebendigkeit des Geistes des Schöpfers dieser Töne.. Fest klemmte ich meine Geige unter das Kinn, mein
151


