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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Diverse Kleinigkeiten verlor man unterwegs und die folgende Kolonne, die das Zeug fand, wußte damit natürlich nichts anzu­fangen.

Man hatte ja sowieso nichts, wenn man aber sein letztes Taschentuch auch noch verlor, das ohnedies keinem mehr gleich­sah, sondern eher einer Klöppelarbeit glich, so war das ein schwe­rer Verlust. Wir stauten uns vor den Eingängen. Standen stunden­lang herum und blödelten. Endlich kamen wir an die Reihe. Beim Eingang gab es noch eine furchtbare Stockung, da jeder der Erste sein wollte.

In einer Ecke des Vorraumes zog man sich ganz aus und ver­staute dort seine Habseligkeiten.

Zuerst Haareschneiden. Mit den zwei Haarschneidemaschinen wurden zwei- und noch mehr tausend Häftlingen die Haare ge­schnitten. Alles ging rasch. Diese Schneiderei war eine bittere Sache. Außer den Haaren ging meistens auch die Haut mit. Vom Ohr hing dann gleich ein Hautfetzen herunter, wir bluteten alle, als wären wir dem Fleischer in die Hände gefallen. Dabei standen wir dauernd nackt herum.

In einen Raum war eine große Menge hineingepfercht worden. Hier war es kalt, daß man kein Wort herausstammeln konnte, dort gab es ein gemischtes Bad: einmal heißes Wasser, daß man am ganzen Körper völlig verbrüht war, dann im nächsten Augenblick eine eiskalte Dusche. Man hätte wahnsinnig werden können.

Hatte man das alles glücklich hinter sich gebracht, wurde man mit einer Flitspritze, die mit Kuprex gefüllt war, bespritzt. Dieses Zeug brannte höllisch.

Dann stand man wieder zwei gute Stunden in einem eiskalten Raum und wartete auf seine Habseligkeiten, die ausgerufen wur­den. Dabei ging es wieder recht lustig zu.

Erst hörte man einmal seinen Namen nicht, dann konnte man wieder mit dem besten Willen nicht bis zum Tisch vordringen, wo man seine Kleider in Empfang nehmen sollte. Dieselben waren ebenfalls entlaust worden. Sie wurden dazu in den Öfen erst schön ausgebreitet, ein Stück wurde auf das andere gelegt und dabei geriet alles bunt durcheinander. Dann erhielt man seine Sachen, die ja die Nummer irgendwo aufgenäht hatten, über die anderen Köpfe hinweg zugeworfen.

Im ersten Saalabschnitt ging aus dem zusammengeschnürten Bündel das Hemd, im zweiten wieder irgend etwas anderes ver­loren. Zum Schluß konnte man von Glück sagen, wenn man wenig­stens seine Hose wiederfand.

Lustig, so was! Wenn's gut ging, konnte man nach drei bis vier Wochen durch Zufall wieder etwas von seinen Habseligkeiten finden.

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