und wenn man selbst dorthin wollte, mußte man die Tiere mit Prügeln und Steinen verjagen, sonst war man seines Lebens selbst nicht mehr sicher.
Da will diese. Meute von rotem Terror sprechen, wenn man in Rußland gefangene SS - Angehörige tötet! Ich glaube, da ist keine Art zu schlecht, und wenn, dann strafte sie nur der Herrgott! Er, der alles das sah und jeden Verzweifelten um Hilfe rufen hörte! Er, der wußte, was geschah!
Dabei war das nicht das einzige Lager, in dem solches Morden vollbracht wurde! Das geschah fast in jedem KZ, ja, oft sogar in noch größerem Ausmaß als hier!
Die Leichenhaufen mußten nun streng bewacht werden. Nicht, weil man fürchtete, daß Leichen verschleppt werden könnten, sondern weil nach einiger Zeit die Haufen sich langsam belebten. Die Gefangenen waren zum Teil schlecht getroffen, es kam also nicht selten vor, daß plötzlich ein blutüberströmter nackter Kerl vor einem stand. Und jetzt ging die Jagd erst los! Die Blockführer, die bei solchen Anlässen meist betrunken waren und kaum stehen konnten, waren nicht imstande, den Flüchtenden, der ja keinesfalls weit weglaufen konnte, sondern sich irgendwo in einem Bretterstoẞ verschloff oder mit den Händen wie ein wahnsinniges Tier sich in die Erde grub, zu erschießen! Häftlinge aus dem Krematorium wurden gerufen. Sie mußten die Ärmsten mit Spaten oder anderen herumliegenden Gegenständen erschlagen.
Sehr oft kam es auch vor, daß ein scheinbarer Leichnam sich vor der Einführung in den Ofen gehörig zu wehren begann. Leider half ihm das nichtser wurde überwältigt und lebend verbrannt!
Szenen, die nur der Teufel ersinnen konnte, folgten. Wir hatten unsere Köpfe erdwärts gesenkt. Keinem Menschen, ja selbst keinem Verbrecher konnte bei solchem Anblick ein Lächeln möglich sein. Nun wußten wir auch, was passieren würde, wenn diese Mordbrenner den Krieg verlieren sollten. Wie oft wurde uns das unter die Nase gerieben. In mir brannte es! Aber was dagegen tun? Die Capos sowie die Blockältesten und der Arbeitsdienst standen mit uns politisch anders Denkenden auf schlechtem Fuß. Sie waren die Diktatoren des inneren Lagers. Nur sie hatten zu essen, nur sie konnten sich Wäsche verschaffen und keiner von ihnen half den anderen.
Und wir? Wir kamen in die bitterste Lage!
In ein Revier oder in eine Krankenabteilung konnten wir überhaupt nicht kommen, denn auch die Capos dieser Stellen gehörten zu den anderen und hatten überall Einfluß.
Hatte ein SS- Verwalter in Werkstätten oder in einer anderen Abteilung einen Wunsch, mußte er sich erst mit dem Capo der Abteilung in Verbindung setzen, da der SS jedes Organisieren bei strengster Strafe verboten war. Hatte aber der Capo die Sache in
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