und die Kameraden standen auf ihren sterbenden Körpern. Nun wurden noch drei vor dem Auto Niedergebrochene hinaufgeworfen, blind in die Masse der Delinquenten geschleudert. Und dabei gab es rohes Gelächter! Es war lustig um die Peitschenschwinger! Sie hatten Unterhaltung. So, und jetzt, da die Wagen überfüllt waren, wurden Zeltplachen darüber gezogen. Dann ging es los! Ein Auto nach dem anderen, eine Menschenschar nach der anderen. Hinten rief ein Russe in seiner Sprache den Brüdern zu: ,, Halt, sie bringen uns um!"
Da fielen seine eigenen Kameraden über ihn her und schlugen ihn zu Tod. Und nur er allein fühlte die Wahrheit, er allein roch den Tod!
So führten sie täglich dreißig und noch mehr Autos mit Opfern auf die Schießstätte, die hinter dem Krematorium in die Tiefe gebaut war. Welche Szenen sich da abspielten, kann jeder Mensch sich ausmalen...
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Außer dieser Schießstätte bauten sie noch eine raffinierte Schlächterei. Eine Baracke mit mehreren Räumen. Im ersten Raum stand ein Arzt ein verkleideter, gewöhnlicher Blockführer mit einem Abhorchgerät der die Leute, die sich im Vorraum entkleiden mußten, empfing, untersuchte und dann einzeln in den nächsten Raum befahl. Dieser war mit Wandfliesen vollkommen ausgetäfelt. Hinten war in der Wand eine Vertiefung, in die der Mann sich zur Maßabnahme stellen mußte. Kaum stand er dort, krachte es von rückwärts und er fiel mit Genickschuß zu Boden. Alle Spuren wurden dann sofort entfernt, während an allen Ecken Lautsprecher lärmten.
Tag und Nacht ging das Morden! Wer noch laufen konnte, mußte im Laufschritt zur Sterbestätte. Und draußen wurden sie zu haushohen Bergen geschlichtet und verbrannt.
Wer das miterlebte, konnte nur zum Himmel rufen: ,, Herr, das kannst du nicht gesehen haben, sonst wäre der Boden unter den Füßen dieser Menschen geschwunden!"
Will etwa ein Nazi aufstehen und sagen, das habe die Führung nicht gewußt? Wenn wir in kurzer Zeit, es waren kaum eineinhalb Wochen vergangen, 24.000 Menschen auf diese Art entseelten und wie Holzscheite aufschlichteten?
Das war organisierte Arbeit, wohlbedachte Fleischerei! Im Lager konnte man kaum mehr Luft holen, es roch überall nach süßem, verbranntem Menschenfleisch! Die Rauchsäulen nebelten die ganze Umgebung ein und zogen bis dreißig Kilometer weit über die Dächer Berlins ! Aus den Kaminen der Öfen knisterten die Flammen hell und schreiend gegen den Himmel, so daß die Lagerführung sich veranlaßt fühlte, die Sache etwas einzudämmen. Es war ja Fliegergefahr und der Himmel war blutrot angehaucht. Schwärme von Raben und Krähen wanderten zum Leichenhaufen,
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