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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Oranienburg - Sachsenhausen

Berlin , eine Stadt, vor der mich fröstelt! Ja, noch mehr!

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In einen ihrer Bahnhöfe rollte unser Zug, in dem wir in Zellen­waggons eingepfercht waren. Normal konnten in einem Zellenabteil drei Menschen Platz finden nun waren sechs und acht Häftlinge hineingeschlichtet worden. Drei davon mußten auf den Bänken stehen, da sonst das Atmen unmöglich gewesen wäre. Es war ja August! Er ließ sich seine Wärme nicht nehmen. Wir waren bis zur Haut durchnäßt. Auch stank es in diesem Käfig, als wären Affen die Bewohner gewesen.

Da die Stadt verdunkelt sein mußte, damit die feindlichen Flie­ger kein Ziel hatten, war es finster wie in einem vollkommen ab­geschlossenen Raum. Es hieß aussteigen. Zwei Aufsichtsbeamte, Polizisten, stießen uns zur Tür hinaus. Nun standen wir damit einem unsagbaren Angstgefühl im Herzen inmitten dunkelster Nacht. Kaum fühlte ich festen Boden unter den Füßen, riß mich ein Polizist beim Arm. Er versetzte mir einige Faustschläge ins Gesicht, griff nach meinem rechten Arm und umschnürte mein Handgelenk mit einer Kette.

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,, Marsch, Verbrecher!", lautete der Befehl.

Im Dunkel herumsuchend, zog mich nun der Beamte durch finstere Mauergänge einem Ausgang zu. Nach einigen Fußtritten kamen wir nun glücklich in einem Hof an. Dort standen einige vollkommen geschlossene Autos bereit, in die wir verladen werden sollten. Erst aber mußten die sogenannten Verbrecher sich hier auf dem augenblicklichen Standplatz sammeln. Der eine wurde auf dem Boden herangeschleift, der andere wurde unter Prügelhieben herbei­getrieben. Auf diese Art und Weise kamen wir allmählich zu­

sammen.

,, Marsch, marsch, in die Wagen!"

Ja, in welche? Es standen ja mehrere da! Den Beamten ging es zu langsam. Es waren durchschnittlich junge Kreaturen, Typen des SS - Mannes oder der vielbesprochenen, unmenschlich- rohen Henker­gestalten der so hoffnugsvollen deutschen Nazijugend. Nach fürch­terlichem Geprügel und Geschrei waren wir nun endlich in den

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