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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Blicken gegenüber. Man hatte das Gefühl, daß einer, wenn er uns ansprach, um sein Leben bat, ehe er noch wußte, ob man es ihm überhaupt nehmen wolle! Rücksichtslos, ob schuldig oder un­schuldig, wurden sie von der SS seelisch und moralisch gegeißelt und zu Tausenden in die Kamine des Krematoriums gezwungen.

Immer neue Transporte kamen an. Viele Autos verschwanden im Dunkel der Nächte in den Hof des Bunkers, aus dem man bis zum frühen Morgen, oft auch den ganzen Tag, die Pistolenschüsse ver­nehmen konnte, mit denen man sie durch Genickschuß erledigte.

Hell standen die Flammen tage- und nächtelang im Rachen der Krematoriumsöfen. Rauchqualm, dunkle Ballen von Wolken über­zogen unsere Halde nach allen Richtungen, als wollten sie die All­macht als Zeugen gegen die entmenschte Menschheit anrufen. Söhne und Väter blickten tränenden Auges diesem Wolkengespinst nach. Sie wußten, daß dort die Seelen ihrer Brüder, Väter, Söhne und Freunde zogen.

Auf der Plantage wurden von ihnen die Grab- und Planierungs­arbeiten durchgeführt und jeder Blockführer, jeder Capo schlug auf die zu Skeletten abgemagerten Leiber ein. Ich zitterte an Leib und Seele vor Wut und grübelte Tag und Nacht, wie man helfen könnte. Bald hatte ich den richtigen Weg gefunden.

Erst arbeitete ich einen Arbeitsorganisationsplan aus, mit dem mehr Leistungen als bisher erzielt werden konnten. Es gelang mir, das dem Obersturmführer Vogt plausibel zu machen, der ja bestrebt war, Berlin in kürzester Zeit ein Meisterwerk vorzuführen. Da der Bau der Untersuchungsanstalt dem Ende zuging und Laboratorium und Untersuchungsanstalten in Betrieb gesetzt werden sollten, ver­suchte ich, erst einmal die Stelle als Hauptcapo an mich zu reißen und den bisherigen Capo, der durch die lange Haft fast ein Narr geworden war, abzusetzen. Dies gelang mir. Er wurde eines Tages dem Arbeitskommando im Lager zur Verfügung gestellt und ich übernahm seinen Posten.

Als Stellvertreter schlug ich meinen Kameraden Johann Gaster vor, der bald darauf meine Stelle bekommen sollte, damit ich mich mit Innenorganisation befassen könnte. Das geschah ebenfalls in kürzester Zeit. Gaster übernahm die Capostelle. Ich versuchte, jeden Häftling nach Beruf und Können einzuteilen, richtete Kanzleien und die Evidenzhaltung des Betriebes ein und hatte bald eine be­deutend ruhigere, bessere Situation für alle geschaffen. Auch das Lagerkommando, das die Hauptzentrale bilden sollte, wurde von mir erweitert.

Otto von Dahmen, der dem Sterben nahe war, holte ich erst einmal vom Freiland ins Glashaus und, da er akademischer Maler war, von dort ins Atelier.

Otto Dahmen, der der Älteste in unserem Kommando war und auch gesundheitlich einen besonderen Tiefstand erreicht hatte

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