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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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Fenster schauen oder gar seine Baracke verlassen würde, um einige Schritte über die Straße in den nächsten Bau zu seinem Bruder oder zu einem Heimatkameraden zu springen.

Ich hatte den Auftrag, mit einer kleinen Gruppe die Leichen aus den Baracken und von den Straßen zu entfernen.

Als sie kamen, wurden wir von 17- bis 18jährigen SS - Leuten ge­schlagen, angespuckt oder ausgelacht, wenn sie vernahmen, daß wir aus dem Aschenhaufen ein Stück Brot fischten, das tagelang neben der Latrine gelegen war. Wir hatten Hunger. Der trieb uns zu diesen Haufen, von denen sie uns mit Gewehren davonjagten. Jetzt, da ihnen das Ende näher war als das Leben, verzweifelten sie und blick­ten uns flehend an.

So erlebten wir eines Tages im ehemaligen Revierblock, als wir Leichen herausräumten, die wüstesten Szenen. Die Jungen fielen uns um den Hals, knieten nieder, baten um Hilfe, um Brot oder Zigaretten und versprachen uns alles, wenn wir ihnen nur einigermaßen helfen wollten. Wir konnten ihnen nicht helfen. Wir hätten sie am liebsten geschlagen oder angespuckt, doch brachten wir es nicht fertig. Wir räumten sie grinsend aus den Schlafstätten und warfen sie wie Säcke durch das Fenster auf die Straße, von wo sie auf einem Moorexpreß, der dem Anhänger eines Lastwagens glich, ins Krematorium geführt wurden. Viele mußten sterben, Hilfe fanden nur wenige, da die SS - Ärzte sich um sie nicht kümmerten. So kam es, daß viele aus Verzweiflung Selbstmord verübten.

Wochen vergingen. Dann wurde das Lager geräumt und neue Truppen lösten das Elend der Abgegangenen ab.

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Wenn wir im Lager nichts oder nur fallweise zu tun hatten, mußten wir auf der Plantage schwer arbeiten und dafür sorgen, daß der Bau so schnell wie möglich seinem Ende zugeführt wurde. Es war Ende November da wurde ich von einem schauerlichen Fieber heimgesucht. Ich konnte mich nur schwer fortbewegen, denn Krankheit gab es im Lager nicht und Fieber war nur eine ,, Faulheitserscheinung". Weil es bei mir so wie bei anderen Häft­lingen eben ein Ausbruch von Faulheit war, wurden wir zu be­sonders schweren Arbeiten herangezogen. Ich erinnere mich, daß Heiden Sepp, der mir einmal das Fieber maß, schon am Morgen 40,1 Grad Temperatur nachweisen konnte. Trotzdem mußte ich Heizkörper schwersten Formats mit einem Schubkarren allein in die Räume des ersten und zweiten Stockwerkes der Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung bringen. Als der Blockführer, der dort die Aufsicht hatte, sah, daß ich mich nur schwer weiter­bewegen konnte, ergriff ihn die Wut und er knallte seinen Gewehr­kolben mit aller Wucht gegen meine Rippen. Das ging, bis ich die letzte Fahrt vom jetzigen Parkplatzeingang des Hauptgebäudes, wo Obersturmführer Vogt seinen Kanzleiraum hatte, bis zu den gegen­wärtigen Kanzleiräumen des Laboratoriums gemacht hatte. Im

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