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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
Seite
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Knabe, den man uns als Arzt bezeichnete. Einer der älteren Häftlinge gab sofort das Kommando: ,, Stillgestanden und Mützen ab!"

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Harmonik

Im Nu verstummte die Musik. Kein Mensch war mehr zu sehen, von den Fenstern war alles verschwunden, und draußen, auf der Lagerstraße, liefen die Arbeitenden auffallend schneller als sonst. Mit einem Wort, man merkte, der Tod zog durch die Straßen! Nach kurzer Meldung des Capos vom Revier verschwand der Lagerführer in einen der Räume, in dem wir nun nackt antreten mußten. Im Zimmer, daß wir einzeln betreten mußten, saßen der Arzt und der Rapportführer, der jeden Eintretenden mit einem Fußtritt begrüßte und mit einem Fußtritt entließ. Man mußte laut Namen und Beruf angeben, worauf er den einen oder den anderen fragte, was er ,, ausgefressen" habe.

Eine Krankheit anzugeben war unvorsichtig. Das löste nur ein Gelächter aus und half nichts. Im Gegenteil, wenn einer sich als herzkrank oder als tuberkulös und schwach bezeichnete, wurde er gerade zu schwerer Arbeit befohlen. Solche Leute flogen nach kräf­tingen Fußtritten zur Tür hinaus in den Vorraum, wo wir diese Bedauernswerten anfangs auffingen. Wir ließen das aber bald sein, da der Lagerführer, der das bemerkt hatte, herauskam und die Helfenden gehörig verdrosch.

Bei dieser Untersuchung wurden gleich auch die Nummern und die Einteilung in die Strafkompanie festgesetzt. Meine Nummer lautete 252.451. Als der letzte Mann den Untersuchungsraum passiert hatte und wir schon eine Ewigkeit vor der Baracke gestanden waren, kam der Lagerführer und befahl, daß die drei Zigeuner ihm etwas vorspielen sollten. Im Nu war die Musik gestellt. Sie spielten einige Stücke, worauf der Capo Heiden dem Lagerführer sagte, daß unter den Neuzugängen sich ein Musiker befände, der aus dem Grazer Konservatorium komme und daher wahrscheinlich etwas könne.

Der Lagerführer ließ mich vortreten, überhäufte mich erst mit Vorwürfen, schlug mir ein paarmal ins Gesicht und befahl dann in rohem, kurzen Ton, ihm etwas vorzuspielen.

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Mir war furchtbar zumute! Meine Hände waren blutig vom Hinlegen und vom Auffangen auf den spitzen Kieseln, der Schädel brummte mir von den Faustschlägen. In mir saß die Angst und ich zitterte an Leib und Seele. Dabei vergaß ich aber nicht, daß ich für die Strafkompanie ausersehen war und nun die Möglichkeit hatte, davon vielleicht durch mein Spiel befreit zu werden. Ich ergriff also Geige und Bogen und versuchte mit allen Kräften, etwas zu spielen. Ich wußte selbst nicht, was es war, was da aus meiner innersten Tiefe kam und vielleicht aus Angst und Fassungslosigkeit geboren war.

Schon nach den ersten Bogenstrichen verfärbte sich mein Lagerführer. Er drehte sich um und starrte durch das Fenster in die

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