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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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macht sich bemerkbar. Wenn man auch sieht, daß man verloren ist, glaubt man doch immer, durch hunderttausend Ausreden und Win­dungen sich befreien zu können. Alle Gegenüberstellungen und Gegenbeweise versteht man geschickt abzuweisen und unablässig versucht man, alles so zu drehen, daß man sich in nächster Zeit über Wasser halten kann.

Langsam vergingen die Tage. Täglich schrieb ich Zeile um Zeile auf meine kleinen Papierblättchen, ein Gedicht nach dem anderen, Melodie um Melodie. Erlebnisse brachte ich in Verse, jede wehe Stunde hielt ich fest. Draußen tanzten die Flocken einen Silbersternenreigen einige verirrten sich durch das Gitter in, meine Zelle. Wie gern fing ich einen dieser stillen, stummen Sterne, der dann, mich grüßend, auf meiner Handfläche verging. Oft gesellte sich ihm eine stille Träne, die ungewollt aus meinen Augen tropfte. Die heilige Weihnachtszeit kam näher.

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Der Tag des Nikolaus führte sich mit blutrotem Morgen ein. Ich stellte mich auf den Schemel und blickte, an die Zellenwand gelehnt, in die feurig- höllische Glut, die sich über der grauen Mauer immer höher und mächtiger erhob. Heimweh durchzitterte mich und vergangene schöne Jugend wurde in meiner Seele leben­dig. Unvergeßlich schön waren dieser Morgen und der ganze fol­gende Tag. Als Tageshelle sich erhob, stieg ich von meiner Erhöhung. Ich setzte mich hin und schrieb Gedichte und Noten, Tag für Tag, Stunde für Stunde, bis eines Nachmittags die Zellen­tür geöffnet und ein kleines Weihnachtsbäumchen mit einigen Kerzen hereingereicht wurde.

24. Dezember 1938. Gedrückt und mit gesenktem Haupt stand ich vor dem grünen, heiligen Kleinod.

,, Aus dem Wald komm' ich her", flüsterte das Bäumchen mir immer wieder zu. ,, Von der stillen Erde ewigen Grüns, vom dunklen Tor der Wälder, in denen die Bäume rauschen, wo Millionen Käfer die Bässe summen und die Quelle dir zum Gruß rauscht. Von dort komm' ich, dich einsamen Freund zu grüßen...!"

Am Abend wurde das liebe Ding angezündet und durch die stille Zelle knisterten die Lichter. Leis und fern klangen die Glocken meiner Heimatstadt und unsere alte Liesel vom Schloßberg brummte ihr altes Türken- As. Da flossen mir die Tränen über Wangen und Mund und mein Gruß durcheilte alle alten Gassen meiner unver­geßlichen Kindheit.

,, Stille Nacht, heilige Nacht , alles schläft, einsam wacht, nur das traute, hochheilige Paar..."

So klang das ewige Lied und mir war, als sängen es Englein. Wie hörte ich das Schluchzen der mit mir Leidenden, die, wie ich, innerlich verbrannten.

,, Stille Nacht, heilige Nacht ..."

Ich stand vor dem grünen Zauber und starrte in die zuckenden

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