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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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erklärten mir, während sie einander angrinsten, daß ich das ja ruhig hätte tun können. Ich hätte mich nur melden müssen!

Diese Gemeinheit bleibt mir unvergeßlich. Ich hatte ja gebeten, nur wurde, wie ich später erfuhr, meine Bitte glatt abgewiesen, und zwar mit den Worten: ,, Der braucht bei keinem Begräbnis zu sein, der wird ohnehin bald seinem Vater folgen!"

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Schon Tage vor dem Tod meines Vaters hatte ich ein beklem­mendes Gefühl gehabt und öfter von ihm geträumt. In diesen Gesichten hatte er immer wieder Abschied von mir genommen und mit seinen Händen auf einen Weg gewiesen, der in einem Licht­schein endete. Ich war also instinktiv gefaßt, nur die Erinnerung an meinen letzten Besuch, als ich ihm mit Dr. Maier- Gutenau die letzten Blumen ins Krankenhaus brachte, drückte mich zu Boden. Er war damals im Bett gesessen und hatte kein Wort mehr gesprochen, sondern mich nur durchdringend angeblickt, als hätte er voraussagen wollen, welches Unglück über uns hereinbrechen werde. Auch Dr. Maier- Gutenau war zutiefst gerührt und sprach tröstende Worte, als wir den Heimweg antraten. In der Tür des Krankenzimmers hatte ich mich noch einmal umgedreht und meinen Vater angeblickt, der mit müde fallender Hand uns nachwinkte.

Wir drei, zumindest Gutenau und ich, wußten damals noch nicht, daß wir schon in diesen Tagen dem Tod näher waren, als wir ahnen konnten. Dr. Gutenau, der bald darauf ebenfalls verhaftet worden war, wurde nach Berlin überstellt und wegen seiner auf­rechten österreichischen Haltung geköpft. Ich selbst rang seit Wochen mit Tod und Gesetz um mein Leben.

Meine Vorahnung vom Hingang meines Vaters veranlaßte mich, einige Gedichte über den Guten zu schreiben. In einem frage ich den ,, Fremden", warum er so spät zur herbstlichen Mahd komme, da längst kein Blümchen mehr die Wiese ziere. In einem zweiten rüttle ich am Tor des Friedhofes und frage den Herrn dieser Welt, wo mein Vater liegt, während ich, an ihn gekettet, von ihm ge­trennt bin.

Was sich in diesen Tagen in unserem Haus an Elend abspielen mußte, ahnte ich wohl. Ich fühlte das Herz meiner Mutter- wie es in mir aussah, wußte draußen niemand...

Welcher Lebensdrang angesichts des bevorstehenden Todes in der Kreatur mächtig wird, ist nicht zu schildern. Wie groß in solchen Tagen das Verlangen nach Liebe und Geliebtwerden wird, ist unermeßlich. Wie tief bereut man jedes kleinste Wort der Selbst­sucht, die man einen Nächsten spüren ließ! Könnte man es doch zurücknehmen!

Jeder Tag, jede Stunde wird zur Qual. Man braucht unaussprech­liche Kraft und Energie, sich dem gegenüberstellen zu können. Tägliche Vernehmnugen, Schikanen, Vorwürfe, belastendes Mate­rial das wirkt zermürbend. Trotzdem versucht man immer wieder, sich herauszuschlagen, und unbeschreibliche Auffassungsfeinheit

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