Druckschrift 
Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
  

auscht,

ein un­

Papier und Bleistift bekommen, da mein Stückchen langsam zu ch ein Ende ging.

So begann ich neuerlich auf armseligen Papierfetzen meine einem Kompositionen und Dichtungen festzuhalten. Diese Gabe war meine ife ge- Rettung. Ich wäre verzweifelt und närrisch geworden, wenn ich e, das nicht dadurch mir eine geistige Labung verschafft hätte. Ich bekam ja keine Post, durfte nicht schreiben und war Tag und Nacht den Ecken, schrecklichen Vernehmungen ausgesetzt. Mancher Tag war kaum Suchen zu überleben. Nur mit unglaublicher Energie schleppte ich mich von eschnit- einem zum anderen, von einem Abend zum Morgen, von einem darauf. Morgen zum Abend. Um so mehr, als mir langsam klar wurde ieb auf die Gestapo bestätigte diese Vermutung durch vorgelegte Beweise- Chenkst daß ein Teil meiner Kameraden langsam zusammenbrach. Man hatte, n Puls- mit einem Wort, zuviel gesprochen und damit ganze Verhandlungen en und verraten oder der Gestapo die Möglichkeit gegeben, mit der einen ,, Con- oder aus der anderen Aussage mir eine Falle zu stellen.

Eines Tages, als das Heimweh unüberwindlich erschien, als ich el- und ruhelos grübelte, wie ich mit der Außenwelt in Verbindung treten könne, fiel mir ein, ein Brieflein aufzusetzen, das mit Hilfe chiffrierter meine Zeichen die Möglichkeit geben mußte, in einem Haus gegenüber dem Landesgericht mit meiner Braut und durch sie mit der Außen­elner in welt in Verbindung zu treten. Ich schrieb ihr alles kurz und mit und die sämtlichen Aufzeichnungen auf, bezeichnete in dem Brief meinen etterten Standplatz, das heißt, mein Zellenfenster, und versuchte, dieses I allein, Schreiben einem Häftling, der entlassen werden sollte, mitzugeben. tdeckte Er verriet mich und einen Tag nach seinem Abgang hielt mir mer saß. die Gestapo die Photokopie und das Original meines Schreibens vor lte ihm Augen. Ich war zum Glück klug genug gewesen, politisches Material benfalls nicht zu erwähnen, und hatte mir die Geheimnisse der Zeichen­täglich gebung von meinem Fenster aus aufgehoben. Vorerst wollte ich auf z allen jeden Fall einmal wissen, wer von meinen Kameraden eingesperrt war. Daß Gaster, Butz, Noeth und noch einige andere festgenommen annt und worden waren, wußte ich bereits. Größte Angst hatte ich um Bobner plötzlich und Schifko, die Kuriere waren. Hätte man bei ihnen wichtige während Papiere und Unterlagen gefunden- es hätte den Strick bedeutet! Auf jeden Fall es war am 2. Oktober 1938- wurde ich in eine Korrektionszelle in einem Stockwerk des Landesgerichtes ge­führt, wo ich bei Wasser und Brot in vollkommener Dunkelheit einige Tage bleiben mußte.

brik auf

aus poli­Freiheit einnahm als eben ich auch anzieren anfaßbar das ist

tigt wird

-

-

Am ersten Samstag nach dem 22. Oktober ging plötzlich meine Zellentür auf. Ein junger Aufseher steckte den Kopf halb herein und rief mir zu, daß mein Vater am 23. Oktober gestorben sei. Ich bat um Vorführung, er schlug aber die Zellentür zu und ging, ohne zu antworten. Es vergingen Sonntag und Montag. Als ich der Ge­ stapo wieder zur Vernehmung vorgeführt wurde, fragte ich, warum man mich nicht habe zum Begräbnis gehen lassen. Die Beamten

21