Druckschrift 
Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
  

jeder Aufseher, der die Türe öffnete, schlug auf mich ein und Zigaretten beschimpfte mich.

Noch einmal wurde ich zur Vernehmung geführt, und da sie auch diesmal kein Resultat erzielten, wurde ich in das Landes­gericht in die Zelle 159 überstellt. Natürlich hat man mich auch dort, da ich ja entsprechend ,, eingeführt" war, erbärmlich behandelt. Es vergingen etwa acht Tage. Da wurde ich dem mir sehr gut bekannten Untersuchungsrichter Dr. Podotschnig, dem ich äußerst unsympathisch war, vorgeführt. Dieser Kriegsinvalide, der überall als vaterländisch bekannt war, trug auf einmal das Abzeichen der illegalen Nationalsozialisten. Die Vernehmung war nicht schlimm, aber eigenartig zynisch aufgezogen. Ich hatte den Eindruck, daß sie nur der Form halber, dem Gesetz entsprechend, durchgeführt werden mußte. Die folgenden Tage bewiesen, daß die Gestapo ton­angebend war und daß das Gericht nur formell amtierte. Bitten oder Beschwerden waren von Haus aus zwecklos, obgleich die Haus­ordnung davon sprach. Für mich um so mehr, als ich der Gestapo unterstellt war und ausschließlich von dieser vernommen wurde. Erst versuchte man es mit Freundlichkeit, da man glaubte, einen weichen, verzweifelten Menschen vor sich zu haben, der auf Ver­sprechungen und Drohungen sofort hineinfallen würde. Sie wurden bald eines Besseren belehrt und stellten sich daher vollkommen um. Dieser Vernehmungskommission schlossen sich zwei Gestapo­beamte an, die vom Volksgerichtshof Berlin entsendet worden waren. Beide waren Doktoren und mit Ermächtigungen ausgestattet, die man mir vorwies. Typische Galgenvögel! Ihr Gesichtsausdruck verriet sie als angelernte Berufsverbrecher. In ihrer Art grobe, kurzgeschorene, engstirnige, preußische Beamte, die auf Grund angeborener Brutalität glaubten, mich in fünf Minuten wie eine Zitrone auspressen zu können. Auf ihre Fragen antwortete ich kurz und im heimatlichen Dialekt, was sie zur Raserei brachte. Sie ver­standen mich nicht und drohten, mir die ,, Fresse" krumm und klein zu schlagen, wenn ich nicht bald ,, deutsch " sprechen würde. Das rührte mich nicht und ich plauderte in heiliger Ruhe mein öster­reichisches Deutsch weiter! Auch wiesen sie darauf hin, daß sie nicht viel Zeit hätten und mit mir ,, kurzen Prozeß" machen würden, wenn ich nicht ,, speien" wolle wie ein junger Hund. Das heißt ins Österreichische übersetzt, wenn ich nicht aussagen würde, was ich

wußte.

Auch ihre Schläge zwangen mich nicht. Ich blieb fest und ließ sie meinen steirischen Dickkopf spüren, so gut es nur ging.

Wochenlang versuchten sie mit allen Mitteln zu erfahren, was sie wissen wollten. Sie sperrten mich in den Keller und ließen mich hungern, doch wurde ich dadurch nur härter und fester.

über versch

tun hatten. ten wies de

Deutschland Fuß gefaßt

reichischen

ganze Arbe

Sie verlief

Währen zerlumpten Manuskript

diese göttli

Von n wieder schm

fehlte.

Mich p

F

lich dieser

Linie Musi diese Eins Politik zu

das nun

diese frem als sogen half alles anders se

halten kon nicht Rett

Welci Widerspri ber meine

Österreich aufzuklär Deutsche s um darauf

werden

jähriger Ju meinen Er

junger Mer

schreiben

Gerad

jetzt sucht

Ich ver Mich

Eines Tages kamen Militärgerichtsoffiziere. Sie ließen mich Säle rausch vorführen und benahmen sich auffällig nett. Sie warteten mir meine erste

18