meiner Freiheit als furchtbaren Schlag. Ich schäme mich nicht zu sagen, daß ich in den ersten Stunden vor Verzweiflung wahnsinnig zu werden glaubte.
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Gleich einem wilden Tier schritt ich in der Zelle auf und ab. Ich versuchte zum Fenster zu klettern, um etwas von der Freiheit zu sehen, drückte an der Tür und meinte, daß sie vielleicht aufgehen würde. Es war schrecklich! Eine Vorahnung peinigte mich, da ich genau wußte, daß ich viel auf dem Kerbholz hatte es ging um meinen Kopf! Meine Empfindsamkeit, meine Phantasie, die sich mit jeder Stunde mehr und mehr gegen die nüchternen Gedanken wehrten, brachten meine Seele in Aufruhr. Ich war plötzlich abgeschnitten von allen Lieben, von Menschen und Gewohnheiten, von Instrumenten, Pinsel, Staffelei, Schreibbuch und Feder- ich war verzweifelt.
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Ununterbrochen suchte ich nach Papier und Bleistift. Ich fand nichts und war lebensmüde vor Gram und Sehnsucht! Da erbarmte sich nach langem Betteln der damalige Traktchef Schneider meiner. Er reichte mir Stift und Papier durch die Klappe, durch die das Essen hereingeschoben wird, und ich hatte die Möglichkeit, meine Phantasien festzuhalten. Ich setzte mich hin, zeichnete erst Notenlinien und begann den ,, Ruf an die Mutter" zu schreiben. An meine Mutter vielleicht, aber ich glaube, mein Rufen und Flehen galt mehr der Mutter des Himmels. Ich fühlte ja mein Ende und wußte, daß ich am Ende meiner Pilgerfahrt war, daß nur der Zufall es schaffen könnte. Meine Klage züngelte himmelhoch, mein Drängen in unerforschte Höhen verbrannte mich mehr und mehr. Freiheit, Leben, arbeiten und glauben, lieben und geben waren das Ziel meiner Sehnsucht.
Ich rief die Mutter an, die man mich als Kind lieben gelehrt und bat sie, mich in diesem Grauen zu hören. Unter Tränen schrieb ich Worte und Noten.
Mutter, o hörst du mich, Mutter der Gnaden,
Dein Kind, es rufet dich! Mutter hilf, o Mutter hilf, Mutter hilf! Mutter, o sieh', dein Kind ringt am Grabe, Mutter, o hilf doch, Mutter der Gnaden, o Mutter hilf, o Mutter hilf, o hilf! Mutter, o höre mich, hör' meine Klage, sieh' meine Träne, Mutter! O sieh' sie doch, Mutter, hilf!
Reich' deine Hand mir, Mutter der Gnaden, Mutter, o hilf doch, Mutter der Gnaden,
O Mutter hilf, o Mutter hilf, o Mutter-hilf!
Wie selig durchlebte ich diese Stunden! Ich war glücklich in diesen grauen Stunden, deren Mahnen ich mit letzter Kraft von mir schob. Auf dem Chor einer alten Kirche stand ich allein und fiedelte das vor mir auf dem Papier Entstehende, während eine alte Orgel mit ihren Bässen dazu murmelte. Aus fernster, unerreichbarer Höhe
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