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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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dritten Tag wurde ich von ,, lieben, guten" Nachbarn, die ich gar nicht kannte und die mich nie in ihrem Leben gesehen hatten, einem Hauptsturmführer der SA aus der Klusemannsiedlung angezeigt. Am Nachmittag dieses dritten Tages gegen 15 Uhr ließ er die Eingänge des Hauses besetzen. Er drang mit zwei völlig zer­lumpten Verbrechertypen in die Wohnung der Alten ein und stellte mich. Er hatte eine scharfgeladene Pistole in der Hand, die anderen Unterweltler trugen Gewehre und in der rechten Rocktasche als zusätzliche Bewaffnung Gummiknüttel.

Erst verlangte der SA- Führer meine Papiere. Da ich nur einen Reisepaß hatte, wies ich ihm den vor. Er nahm ihn mir ab, befahl den beiden Posten, mich zu bewachen, und verließ den Raum.

Zwei Stunden blieb ich in dieser kleinen Kammer, dann packte mich die Wut. Ich sprang von meinem Sitz auf und befahl den beiden Posten kategorisch, mich zu ihrem Vorgesetzten, dem SA- Führer, zu bringen. Da ich sehr energisch wurde und keine Angst verriet, blieb ihnen nichts übrig, als meiner Aufforderung zu entsprechen.

Sie führten mich über die Schönauerbrücke in die Klusemann­siedlung, wo in einem kleinen Häuschen das ,, Gruppenkommando" untergebracht war. Der Hauptsturmführer saß in einem Lehnstuhl vor dem Schreibtisch und unterhielt sich mit einigen sehr zweifel­haften Weibern. Ohne anzuklopfen, ohne mich deswegen zu ent­schuldigen, ging ich festen Schrittes hinein und verlangte Freilassung und Paẞ. Erst schlug er meine Bitte ab. Als ich aber nicht nachgab und energisch wurde, wies er, da er sich geistig unterlegen fühlte und sich vor den Posten schämte, die beiden SA- Männer an, ins Lager zurückgehen, da er mit mir allein verhandeln wolle.

Als die Posten verschwunden waren, sah ich meinen Paß auf dem Schreibtisch liegen. Ich zog, ohne ein Wort zu sagen, die Pistole, griff nach dem Paß und verschwand durch die Tür in den Garten! Mit Eilschritten ging es der Mur zu. Ich war noch nicht weit gelaufen, als über die Hügelböschung des Vorgeländes der Mur ein Rudel Zivilisten mit Gewehren und Armbinden mich ver­folgte. Sie schossen blind in die Gegend und brüllten wie eine Löwenherde. Da ich kein Unheil anrichten wollte, sprang ich ins Wasser und schwamm, mit der Pistole im Mund, durch den reißenden Fluß.

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Sie schossen mir nach und forderten mich auf, zurückzuschwim­men. Ich fürchtete mich nicht, sondern tauchte fallweise unter und kam bei den Puchwerken wieder ans Ufer. Von dort lief ich in südlicher Richtung.

Als es Nacht war, floh ich hinaus nach Baierdorf, wo mein Elternhaus steht, und versteckte mich dort im naheliegenden Wald auf Bäumen. Ich richtete mir im Geäst eine geeignete Liegestätte ein und verbrachte dort einige Tage. Meine kleinen Schwestern und

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