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Neun Jahre lebendig begraben : ein Tatsachenbericht aus der Hölle der Nazi-KZ / Wilhelm Zarniko
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uns führen? Schicksal nimm deinen Lauf. Dann, eines Morgens sind die SS - Wachen in Aufregung. Doppelte Posten ziehen auf, die Türme werden mit zwei Ma­schinenpistolen und Maschinengewehren besetzt, spanische Reiter wurden aufgestellt. Wir ahnen nicht, was draußen vor sich geht. Alles in den Baracken bleiben so lautet der Befehl, es wird scharf geschossen. Schon peitschen die ersten Schüsse durchs Lager, rattern die MG. Einige Kameraden, die versuchten, festzustellen, was vor sich geht, müssen ihre Neugier mit dem Leben bezahlen. Plötz­lich bringt irgend jemand die Nachricht, daß Adolf Hitler tot sei. Woher sie kommt, weiß niemand. Das bedeutet Befreiung, Erlösung von dieser Hölle.

Hitler , der Massenmörder, tot!

geht es von Mund zu Mund. Strahlende Gesichter, un­bändige Freude. Er, der Hunderttausende unschuldig zu Tode quälen ließ. Auf den Knieen dankten wir Gott für den Tod Hitlers . Aber nicht lange dauert die Freude. Schon nach einigen Stunden verkündet der Lautsprecher, welchen man nur für diese Mitteilung im Lager auf­gestellt hat, daß Hitler noch lebt. Wie eine Bombe schlägt diese Trauernachricht ein, überall niedergeschlagene Ge­sichter, einer schaut den anderen an. Auf deutsch , spa­nisch, russisch, polnisch kurz, in fast allen Sprachen hört man nur das eine Wort: Schade. Es war der 20. Juli 1944!

-

Täglich fliegen Flugzeuge über das Lager. Jetzt kannten wir unsere zukünftigen Befreier. Stundenlang überflogen sie das Lager, die einzige Zeit, in der wir von unserer Bewachung in Ruhe gelassen wurden, die versuchte, sich in Sicherheit zu bringen. Bunker neben Bunker wurde für die Bewachung und deren Familien gebaut. Dann kamen die Tiefflieger. Rings um das Lager flogen sie, als woll­ten sie sagen:

Fürchtet euch nicht, wir wissen, wer ihr seid.

Wir hörten die Detonationen der Bomben, die um das Lager fielen, aber keine fiel hinein. Nun wußten wir,

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