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Neun Jahre lebendig begraben : ein Tatsachenbericht aus der Hölle der Nazi-KZ / Wilhelm Zarniko
Entstehung
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Die Dreizehn wird immer ein schwarzer Tag in meinem Leben bleiben, denn am 13. März 1936 wurde ich in Berlin wegen angeblicher geheimer Tätigkeit für die sozial­demokratische Partei von der Gestapo verhaftet und wie die Nazis es so schön nannten ins ,, Umschulungs­lager Oranienburg" eingeliefert. Welcher ,, zackige" Ton im Deutschland der Volksgemeinschaft angeschlagen wurde, wurde mir recht handgreiflich während der Ver­nehmung durch den Lagerkommandanten klargemacht. Er fragte mich, warum ich da sei. Ich antwortete wahrheits­gemäß: Ich weiß es nicht. Schon brannten mir die Schläge seiner Faust im Gesicht. Er fragte abermals und erhielt die gleiche Antwort. Stockhiebe waren die Quittung, sodaẞ ich blutüberströmt zusammenbrach. Ich wurde, wie es heißt, ,, mürbe gemacht". Wie aus weiter Ferne hörte ich die Worte:

,, Legt das Schwein über den Bock!"

Noch wußte ich blutiger Anfänger einer KZ.- Laufbahn nicht die Bedeutung seiner. Worte, aber wenige Augen­blicke später spürte ich sie. Ein Gestell wurde herein­gebracht, man befahl mir, Rock und Bluse auszuziehen und schnallte mich an Händen und Füßen an diesen Bock. Eine Lederpeitsche klatschte, ich krümmte mich vor Schmerzen. 60 Hiebe zog man mir über den Rücken und

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