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mich, doch ich schwieg. Immer wieder fragte man mich, wo das Flugblatt sei. Und immer wieder sagte ich, es sei keins gewesen. Die Folter geht weiter, was ich hier ertrage, ist schlimmer als der Tod. Meine Schmerzen werden unerträglich, ich schreie und jammere und brülle meinen Peinigern ins Gesicht: Ihr Mörder, schießt mich tot, laßt mich sterben, ich halte es nicht länger aus! Aber je mehr ich schreie, desto mehr lachen meine Henker über meine Qualen. Der Schweiß rinnt von der Stirn, mir ist, als reiße man mir das Herz aus dem Leibe.
Gellend schreie ich um Hilfe.
Vater im Himmel, hilf mir, ich kann es nicht mehr ertragen. ,, Laßt mich runter, ich sage alles." Vor Schmerzen ohnmächtig spüre ich nicht mehr, daß man mir die Stricke löst. Ich falle zu Boden, versuche mich zu erheben, kann es aber nicht. Dann breche ich zusammen und weiß nichts mehr. 514 Stunden, so erzählten Kameraden mir später, habe ich dort gehangen. Ein halbes Jahr lang war ich nicht in der Lage, meine Arme zu bewegen, ein Stück zu halten. Ich konnte keinen Löffel zum Mund führen. Kameraden haben mich ein halbes Jahr wie ein hilfloses Kind, wie einen armlosen Krüppel gefüttert. Noch heute bin ich nicht in der Lage, einen Gegenstand fest in die Hand zu nehmen. Ich spüre noch die unheimlichen Schmerzen, als ich glauben mußte, man risse mir die Arme aus dem Leib. Wer kann sich überhaupt eine Vorstellung davon machen, wie es ist, wenn man an den Händen über fünf Stunden an der Decke hängen muß? Nur der, der es am eigenen Leibe spüren mußte. Und viele tausend meiner Kameraden haben die gleiche Folter ertragen müssen.
Lange Zeit später erhielt ich von einer weiblichen Leidensgenossin ein Stück Brot. Dabei wurden wir von einem SS- Mann beobachtet, festgenommen und zum Kommandanten gebracht. Zum ersten Mal war ich mit einer Frau beim Strafvollzug. Obwohl ich wußte, daß man sich nicht schämte, auch weiblichen Lagerinsassen die Prügelstrafe zuzudiktieren, versuchte ich, sie zu trösten.
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