nicht viel Umstände, die warf man auch lebend ins Feuer. Wer weiß, vielleicht war es so besser für sie, als langsam zu Tode gequält zu werden. Und noch mehr Kinder kamen, die dieselbe Arbeit zu leisten hatten wie wir. Und draußen ging der Krieg weiter, wir hörten. nichts von seinem Verlauf. Da, eines Tages sahen wir Flugzeuge über uns, wußten aber nicht, welcher Nation sie angehörten. Friedenstauben, sagten die einen, die anderen: Dort oben fliegen unsere Retter.
Würden die, die dort oben fliegen, uns wirklich erlösen? Ich konnte es nicht glauben. Abwehrgeschütze wurden in der Nähe des, Lagers aufgebaut. Bald flatterten die ersten Flugblätter auf das Lager nieder. Todesstrafe stand darauf, ein Flugblatt aufzuheben oder zu lesen. Trotzdem konnte ich es nicht über mich bringen, ein Blatt unangetastet zu lassen. Ich las, die erste Nachricht seit langer Zeit. So also sah die Welt dort draußen aus! Dann vernichtete ich das Blatt und kehrte zu meiner Arbeit zurück. Doch kurze Zeit später wurde ich dem
Lagerkommandanten vorgeführt. Ich sei beim Lesen eines Flugblattes geschen worden. Wie es damit sei? Großer Gott, jetzt kam das Ende, denn ich wußte, welche Strafe darauf stand. Frech lag ich um mein Leben. Ich hätte eine alte Zeitung aufgehoben. Wo sie sei? Ich hätte sie tortgeworfen. Kaum hatte ich die Worte gesagt, sauste die Peitsche auf mich nieder.
Hängt das Schwein auf,
schrie der Kommandant. Laßt ihn so lange hängen, bis er sagt, wo das Flugblatt ist. Zwei Blockführer schleiften mıch in die nächste Baracke, fesselten mich und hingen mich an der Decke auf. Nachdem ich eine Stunde dort gchangen hatte, betrat der Lagerkommandant den Raum. Das Verhör begann. Ich mußte weiter lügen, denn sagte ich jetzt die Wahrheit, wurde ich unbarmherzig an die Wand gestellt. Man versuchte alle möglichen Mittel, um mich zum Reden zu bringen. Ich schwieg. Man schlug


