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Neun Jahre lebendig begraben : ein Tatsachenbericht aus der Hölle der Nazi-KZ / Wilhelm Zarniko
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müssen wir das Lied:Stille Nacht, heilige Nacht sin- gen! Das Herz bricht mir im Leibe bei diesem Anblick, obwohl ich schön viel Leid gesehen habe.

Gibt es denn keinen Gott mehr,

dafs er solches geschehen läßt? Gibt es keine Hilfe, die uns aus den Händen dieser Bestien erlösen kann? Aber niemand erhört mich. Langsam fällt der Schnee in dichten Flocken, verdeckt mit seinem weißen"Tuch die Toodesstätte. Sterne funkeln über uns, Sterne in der Weihnachtsnacht. Von weither höre ich die Glocken läuten, die Glocken, die Liebe und Frieden auf Erden verkünden sollen.Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen wie blutiger Hohn klingt es in unsere Ohren. Eiskalt läuft es mir über den Rücken, wenn ich auf den Weihnachts- baum schaue, unter dem die beiden Menschen hängen. Langsam verlasse ich den Platz, ich kann es nicht mehr ertragen. Ich merke nicht viel von Weihnachten , denn wir

müssen für die Rüstung arbeiten. Wir vom Nazi-Regime

Gequälten sollen Waffen schmieden, damit Hitler siege und die Wohltaten seiner Herrschaft auf weitere Teile der Welt ausdehnen kann! Wieder bricht ein neues Jahr an. Was wird es uns bringen? Ich brauche jetzt nicht mehr in der bitteren Kälte zu arbeiten, denn seit einigen Tagen bin ich in der Schlosserei. Mir geht es besser, ich bin im Trockenen. Aber nicht lange, denn eines Tages findet man in der Werkstatt Kartoffeln, die ich mir in der Küche organisieren konnte. Das bedeutet wieder Strafe. Wieder warte ich auf den Vollzug.

25 Stockhiebe und Strajkompanie.

für einige Kartoffeln und einen halben Laib Brot. Ich stehe wieder im Steinbruch. Noch mehr Schläge als sonst, noch härtere Arbeit, noch weniger Essen und jede Arbeit nur im Dauerlauf das sind die Vorzüge der Strafkompanie. Meine Hände sitzen voller Frost. Viele Kameraden brechen vor Schwäche zusammen. Kameraden,

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