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Qualen, die ich am ersten Tage auszuhalten hatte. Erbarmungslos brannte die Sonne auf meinen geschorenen Kopf, der Durst quälte mich und ich schrie nach Wasser. In meiner Phantasie sah ich köstliches frisches Naẞ. Aber niemand hörte mich. Dann brach die Nacht herein. Zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich ihre Wohltat und Kühle. Zitternd dachte ich an den kommenden Tag. Ich bat meinen Herrgott, dieser Qual doch ein Ende zu machen. Aber es wurde noch grausiger als am ersten Tag: meine Augen schwollen, die Lippen sprangen auf, das Atmen fiel mir schwer. Ich glaubte ersticken zu müssen. Alles tanzte vor, meinen Augen. In meinen Ohren hörte ich das Rauschen von Wasser. Glaubt mir, es gibt nichts Schrecklicheres als Durst. Alles, was ich in den Jahren vorher hatte erleiden müssen, war schon furchtbar, aber dies war die Krone meiner Leiden. Mit dem Gedanken an meine Angehörigen verlor ich das Bewußtsein. Erst ein Regen machte mich wieder wach, ich war glücklich. Ich dankte meinem Schöpfer für seine Güte. Endlich schlief ich ein und erwachte erst wieder von einem Fußtritt gegen meinen Kopf. Noch heute ist die Narbe über meinem rechten Auge zu sehen, sie wird mich, so lange ich lebe, daran erinnern,
daß ich drei Tage lebendig begraben war.
Ich mußte ins Revier, da ich einen schweren Sonnenbrand hatte. Erbarmungslos liefen die Tage, Wochen und Monate weiter. Bis Weihnachten hielt ich aus, dann wurde ich krank. Ich meldete mich zum Arzt. Das Thermometer zelgte 39,6 Grad. Trotzdem sagte er: Es ist kein Fieber, um sich in die Falle zu legen, der Kerl ist zu faul zum Arbeiten. Zwei Tage später lautete das Urteil: Wegen Drückens bei der Arbeit und unerlaubter Arztmeldung 25 Stockhiebe. Ich bekam sie am ersten Weihnachtstag, anschließend drei Tage Dunkelarrest. So verbrachte ich Weihnachten 1943. Ich war allein in der dunklen Zelle, dachte an Mutter, Schwester und Bruder, die jetzt unter dem Weihnachtsbaum saßen, und all das Schreckliche, was ich bisher erleben mußte,
2 Zarniko, Neun Jahre lebendig begraben
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