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Neun Jahre lebendig begraben : ein Tatsachenbericht aus der Hölle der Nazi-KZ / Wilhelm Zarniko
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fehl nicht aus. Der Kommandant schlug ihn mit der Peitsche ins Gesicht. Als der Offizier nunmehr die Hände hob und auf den Kommandanten zutrat, knallten Schüsse. Alle vier Polen wälzten sich vor meinen Augen in ihrem Blut. Fünf Minuten später bekam ich meine Stockhiebe, als sei nichts weiter vorgefallen. Ich will die Schmerzen nicht:beschreiben, denn was ich dann erleben mußte, war viel schlimmer. Ich wurde in einen Raum gebracht, der etwa einen Meter im Quadrat groß war. Dann wurde ich an Händen und Füßen gefesselt. Eine in Höhe der Brust und der Füße in die Wand eingelassene Stange verhin- derte, daß man sich bewegen konnte.

Der Raum war völlig dunkel.

Sechszehn Tage mußte ich hier zubringen, 16 Tage lang stehen, so daß ich nach Verbüßen der Strafe zusammen- brach. Es war mir unmöglich, aufzustehen und Hände und Füße zu bewegen. Ich wurde in eine andere Zelle ge- bracht und blieb sechs"Tage dort, bis ich genügend Kraft hatte, ins Lager zu gehen. Denn das Gebäude, in dem sich die wie man sie nur nennen kann Folter- kammern befanden, war vom Lager durch eine hohe Mauer getrennt... Trotzdem hörten wir des Nachts Schreie und Hilferufe und das bestialische Gelächter der SS. Gebrochen an Leib und Seele irrte ich als Musel- mann durchs Lager. Kameraden halfen mir bei der Ar- beit, unterstützten mich, so gut es ging. Langsam er- holte ich, mich, bis ich einige Wochen darauf abermals beim Rauchen während der Arbeit erwischt wurde. Schon wieder eine Lagerstrafe. Ich zitterte bei dem Gedanken daran. Es war August 1942. Das Urteil lautete:

Drei Tage Sonnenbad.}

Ich mußte ein Loch graben, so tief, daß ich bis an den, Hals in der Grube stehen konnte. Dann wurde ich ein- gegraben. Drei Tage lang mußte ich in der glühender, Sonne stehen das waren Schmerzen! Ich darf heute noch nicht daran denken. Furchtbar waren schon die

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