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1944 seinem Ende entgegenging, wurden die ehemaligen Soldaten zur SS. -Lagerleitung bestelli, um dort über ihre Avancementsverhältnisse und militärische Ausbildung Aus- kunft zu geben. Die ehemaligen Offiziere und Unteroffiziere wurden in Vernichtungslager verschickt und verschwanden dort für alle Zeiten. Warum? Glaubte man, sie seien Geg- ner des Dritten Reiches und könnten als solche noch einmal an feindlichen Aktionen gegen Deutschland teilnehmen? Ein anderer Grund zu ihrer Beseitigung wäre schwer zu finden. Jedenfalls verdient diese Tatsache der Vergessen- heit entrissen zu werden.
Eine ähnliche Mentalität spricht auch aus folgendem Ver- halten der SS. : Unter den eingelieterten Häftlingen befanden sich holländische Soldaten, die in dem fünftägigen Wider- stand ihres Landes gegen Deutschland verwundet worden Waren und ihre gesunden Gliedmaßen eingebüßt hatten. Diese Invaliden wurden geschlagen und verhöhnt, obwohl sie nur ihrer Pflicht gegen das eigene Land nachgekommen Waren.:
Ich bin mit dieser Schilderung bis in die neuere Zeit vor- gedrungen, die Berger selbst nicht mehr erlebt hat. Ich kehre nunmehr zu ihm zurück und gebe eine kurze Schilderung des Ortes seines Martyriums::
Diese Festungsstadt— einen Kilometer lang, 0,8 Kilometer breit, liegt in einer angenehmen Hügellandschaftt, nahe den Flußläufen von Elbe und Eger, zu denen man aber nicht gelangen konnte, weil ein Verlassen des Ghettos Fluchtver- such bedeutete. Sämtliche Insassen dieser Stadt waren Ju- den, abgesehen vom Bewachungspersonal, das von den Juden gegrüßt werden mußte.- Abends‘hatten sich alle in ihren Quartieren zu befinden. Unter dem Befehl der SS, regelte tschecthische Gendarmerie den Verkehr und Ord- nungsdienst.
Trotz der gesunden Lage des Ortes brachte die außer- ordentliche Übervölkerung und die falsche, ganz einseitige Ernährungsart Krankheiten wie z. B. Tuberkulose, Typhus und Enderitis(eine Art von Ruhr) mit sich. Es kam ver- schiedentlich zu Epidemieen und dann stieg die Zahl der Toten auf 150—200 täglich. Die Leichen wurden in die Gänge geschafft, wo sie zunächst liegen blieben, s0 daß man darüber stolperte. Es war nicht möglich, sie schnell genug fortzu- schaffen.
Andererseits war Theresienstadt der Ort vollkommener
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