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Julius Berger und das Dritte Reich / Bruno Marcuse
Entstehung
Seite
50
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1944

Sie schrieb viel als Berichterstatterin für namhafte europäische Zeitungen über das, was sie in Afrika , Asien und Amerika gesehen und erlebt hatte. Sie behauptete stets, daß es für einen Zeitungsmenschen keine verschlossene Tür gibt. Sie speiste mit Henry Ford in Detroit , und acht Tage später saẞ sie in der Familie eines Indianerhäuptlings, wie sie noch in den Siedlungen des Territoriums zu finden sind."

Berger hörte aufmerksam diesen Bericht an, der ihm wie­derum bestätigte, wie außerordentlich verschieden die In­teressen und die Geistesrichtung der Häftlinge sind. Es gibt keinen besseren Stoff zum Nachdenken. als das menschliche Schicksal.

Wie erschütternd ist auch der Lebensgang eines jungen Tschechen, der 1916 in russische Gefangenschaft geriet und nach langer Wanderung in einem Offiziersgefangenenlager des östlichen Sibiriens untergebracht wurde. Ein Fluß trennte ihn von der chinesischen Grenzé. Er entfloh durch einen selbstgegrabenen unterirdischen Gang ans Ufer, schwamm stromab, erreichte ein einsames Haus, wurde dort bewirtet und verraten. Aufseher führten ihn ins Lager zurück. entfloh zum zweiten Mal, wurde diesmal nicht entdeckt und gelangte über die westliche Halbkugel der Erde nach Europa zurück. Prag ist sein Ziel, er küßt den heimatlichen Boden, als er dem Zuge entsteigt.

-

Er

Inzwischen war die österreichische Monarchie zerfallen, und die Tschechen sahen in ihm den deutsch - österreichischen Offizier:

Warum stießen Sie in Sibirien nicht zur tschechischen Legion?"

"

Mein dem Kaiser geleisteter Eid band mich." Der Empfang war denkbar frostig. Er ging nach Österreich , unter dessen Fahnen er gekämpft hatte. Hitler besetzte Österreich und Dort starb er Hungers. schickte ihn nach Theresienstadt.

Die Russen sahen den feindlichen Soldaten in ihm, die Böhmen den Deutschen , die Deutschen den Juden. Es gab eine Zeit, da suchte man im Menschen den Menschen. Ob sie wohl wiederkommen wird?

Der Dank des Vaterlandes ist Euch gewiß". So hatte man es den Soldaten des ersten Weltkrieges feierlich versprochen. Wie wurde dieses Wort in Theresien­stadt eingelöst?

Hunger und Elend hatten die Frontsoldaten von Anfang an mit den übrigen Häftlingen zu teilen. Als aber der Krieg

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