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Julius Berger und das Dritte Reich / Bruno Marcuse
Entstehung
Seite
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Welch eindrucksvolles Bild bietet ein großes Seeschiff, das über die Felder dahinzuschweben scheint, und das in Wahr­heit durch Kanäle geleitet wird, deren Wasserlauf von einem Meer zum andern fließt. Eine solche Wasserverbindung ist der Kaiser- Wilhelm- Kanal in Schleswig- Holstein , der von der. Ostsee zur Nordsee führt. Seine Tiefe genügt für die Durch­fahrt der größten Kriegsschiffe, seine festen Brücken erlauben die Passage der höchsten Schiffsmasten. Es war ein ge­waltiger Bau, vorwiegend ausgeführt durch große Trocken­bagger, deren Eimerketten in das auszuhebende Kanalbett hinabhingen. Die ausgehobenen Erdmassen fielen von den Eimern auf große Förderbänder oder gelangten in Kasten­kipper, die von Schmalspurlokomotiven auf Baugleisen ab­geschleppt wurden. Ununterbrochen, Tag und Nacht arbeitete der Betrieb, bei Dunkelheit erleuchteten elektrische Licht­anlagen die Baustelle taghell. Julius Berger war hier am Werk, und wir finden ihn auf dem Arbeitsplatz, um selbst nach dem Rechten zu sehen.

,, Hier haben Sie eine recht interessante Aufgabe zu lösen," sagte ihm gelegentlich der Streckenbegehung ein Ingenieur, der ihn begleitete. Wie lange werden Sie damit noch zu tun haben?"

,, In acht Monaten muß ich fertig sein, sonst verfalle ich in Verzugsstrafe," war die Antwort.

,, Kommen Sie denn mit den Preisen gut zurecht?" fragte der Ingenieur weiter. Keineswegs; ich werde acht Monate lang täglich 500 Mark zulegen," meinte Berger darauf. ,, Denn ich bringe hier ein Baulos zur Beendigung, welches mein Vorgänger halbfertig liegen ließ, nachdem er sein ganzes Vermögen dabei zugesetzt hatte. Die Arbeit ist schwer und ging über seine Kräfte. Mich reizte es jedoch, auf einem für mich gerade hier Erfahrungen

neuen

Gebiete zu sammeln. Ich trat deshalb für den Berufskollegen in die verlustbringende Arbeit ein und baue die Strecke jetzt

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