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Hitler-Geißel über Westfalen : eine Bilanz der Nazi-Zeit / Dr. Josef Hundt, Heinz Meyer-Wrekk
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Wie grauenhaft muß eine Zeit gewesen sein, die solche Trümmer als ihr Ergebnis vor dem Tribunal der Geschichte aufweist!

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Fünf Winuten nach zwölf

- Hitler ist noch nicht tot. Amerikanische Panzer und schnelle Ver-

bände stoßen über den Rhein unaufhaltsam nach Süddeutschland hinein. Alte Männer und halbe Kinder schießen, eiligst in Uniform gesteckt, aus unbrauchbaren Gewehren ihre fünf Schuß Munition in die Luft. Zum Heldentod ist das genug. Um etwas anderes geht es jetzt nicht mehr. Niemand, der auch nur ein bißchen zu denken vermag, glaubt noch an die Möglichkeit eines Sieges. Immer tiefer stoßen die Alliierten in deutsches Land. Die Zahl der Geschützrohre drüben entspricht fast der Zahl der Gewehrläufe hüben. Mit Hand- karren und munitionsbeladenen Kinderwagen, wenigen Granat- werfern und einigen Maschinengewehren kämpfen deutsche Fall- schirmjäger am Niederrhein gegen schlagkräftige motorisierte Trup- pen der Engländer. Zündende Aufrufe, mit weißer Ölfarbe an Mauern und Wände geschrieben, sollen Panzer und Kanonen er- setzen.Jedes Haus eine Festung!Lieber tot als Sklav! Ihr seid schuld! rufen Frauen und Greise den immer noch kämpfenden Soldaten zu.

Warum? kommt es verständnislos zurück.

Werft die Waffen fort! Kämpft nicht mehr! Schont unsere Häu- ser! Laßt uns unsere Habe! Rettet uns und euch das Leben!

In Berlin sitzt der Mann, der mit den Resten seines Bewußtseins den Untergang des deutschen Volkes befiehlt. Jetzt immer noch befiehlt: Wir kapitulieren nie! Noch ist es Zeit, das Leben Zehn- tausender zu retten, blühende Städte vor der Zerstörung zu be- wahren. Hitler sitzt in Berlin und befiehlt den letzten, den unbe- greiflichen, den wahnsinnigen Widerstand. Er verfügt nicht über die menschliche Größe, sich selbst und seine verlorene Sache zu opfern, um seinem Volke dieses letzte Entsetzliche zu ersparen. Der Weltkriegsgefreite besitzt nicht den Mut, den er seit fünfeinhalb Jahren von seinem letzten Soldaten verlangt. Feigheit und Wahn- sinn lassen sein Schuldkonto ins Unermeßliche steigen.

Mit 1400 Mann zog ein Regiment bei Goch in den Kampf. Als drei Wochen später die Brückenpfeiler bei Wesel in die graue Rheinflut

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