stürzten, konnte der Regimentsführer, ein Hauptmann, seinem Divisionskommandeur noch 23 Mann Gefechtsstärke melden. Er bat um Ablösung des Regiments, um Ruhe für seine Soldaten, die Unmenschliches erlitten hatten.
,, Es gibt nur noch Kampf!" sagte der Divisionskommandeur. ,, Das Regiment ist nicht mehr einsatzfähig!" meldete der Hauptmann. Er war müde, war zerschlagen. Er war, wie seine Soldaten sagten, ein guter Offizier.
,, Ich habe Kampf befohlen", sagte der Divisionskommandeur. ,, 23 Mann, das ganze Regiment. Ein Leutnant, ein Funker: das ist der Stab. Gehorsamst, Herr General, das Regiment ist nicht mehr einsatzfähig!"
,, Dann gehen Sie als Gruppenführer mit Ihren Leuten nach vorn, wenn Sie als Regimentsführer nicht mehr einzusetzen sind!" Sinnloses, gemeines, teuflisches Grinsen. Schallendes Gelächter, dann lähmendes Entsetzen. Der General besteigt den Wagen, fährt mit einer Staubfahne davon, seinem gesicherten Befehlsstand zu. Reglos steht der Hauptmann vor dem Straßenkreuz. Die ersten Einschläge der englischen Artillerie liegen zu kurz.
,, Herr Hauptmann! Hauptmann-!" rufen die Soldaten dem Regungslosen zu.
Der Hauptmann, wachsbleich im Gesicht, starrt auf die brennenden Gehöfte ringsumher. Er schüttelt den Kopf, steht mit gespreizten Beinen wie einer, der standhaft der Vollstreckung seines Todesurteils harrt, mitten im jetzt losbrechenden Feuerschlag. Drei Männer führen ihn in ein Haus und geleiten ihn die steilen Treppen hinunter in den Keller, wo im blakenden Lichtschein eines Kerzenstumpfes Frauen, Kinder und Soldaten eng beieinander hocken. Was können sie tun? Der Gnade des Himmels ihr Leben anvertrauen, hoffen, daß der Tod an ihnen vorübergeht. Wenn der Feuerschlag der Artillerie verstummt, werden die Soldaten die Kellertreppe hinaufstürmen und versuchen, sich nach rückwärts ab
zusetzen.
,, Wir sind die Letzten", sagten sie den Frauen, wenn wir fort sind, kommen die Engländer her, dann habt Ihr alles überstanden. Hängt ein weißes Tuch heraus, es ist besser,- für jeden Fall-." Der Krieg ist zu Ende, ohne noch beendet zu sein.
Erschöpfte Soldaten laufen um ihr Leben. Sinnlos ist aller Widerstand. Gehöfte gehen in Flammen auf, Häuser und Scheuer zerbersten unter den Explosionen der Bomben und Granaten. 11899 deutsche Soldaten sind noch in den letzten Tagen während der Kämpfe im westfälischen Raum gefallen!
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