Händen an den Knien und unbeweglich auf die leere Wand vor sich schauend... Und das ist, Junge, ein Stück deiner neuen Welt, genannt das Kino.

( Mai- Intermezzo 1943)

Heute ist der 1. Mai 1943. Und gerade hat einer Dienst, bei dem ich schreiben kann. Ein Glück! An diesem Tag wieder eine Weile ein kommunistischer Journalist sein und einen Be­richt über den Maiaufmarsch der Kampfkräfte der neuen Welt schreiben!

Erwarte nicht, daß du etwas von wehenden Fahnen hörst. Es war nichts Derartiges. Ich kann dir nicht einmal von irgend­welchen mitreißenden Taten erzählen, die man so gerne hört. Es war heute alles viel einfacher. Nicht die heftige, stürmische Welle der Zehntausende, die ich in anderen Jahren durch die Straßen Prags strömen gesehen, nicht das herrliche Meer der Millionen, das ich den Roten Platz in Moskau überschwemmen gesehen. Du kannst hier weder Millionen noch Hunderte sehen. Du siehst hier nur einige Genossen und Genossinnen. Und doch fühlst du, es ist nicht kleiner. Weil es eine Parade der Kräfte ist, die gerade durchs heftigste Feuer gegangen sind und sich nicht in Asche, sondern in Stahl verwandelt haben. Eine Parade im Schützengraben während der Schlacht. Und im Schützengraben trägt man Feldgrau.

Es sind lauter solche Kleinigkeiten, wer weiß, ob du, der du dies einmal lesen wirst und das alles nicht miterlebt hast, es überhaupt begreifen kannst. Aber versuche, zu begreifen. Glaube, es ist Kraft darin.

Der Morgengruß der Nachbarzelle, die zwei Beethoventakte klopft, ist heute feierlicher, betonter, und die Wand überträgt ihn mit höheren Tönen.

Wir ziehen das Beste an, was wir haben. Es ist in allen Zellen so.

Das Frühstück empfangen wir schon in voller Parade. Vor den geöffneten Zellentüren defilieren die Hausarbeiter mit dem Brot, dem schwarzen Kaffee und dem Wasser. Genosse Skořepa gibt drei Brote anstatt zwei. Das ist sein Maigruß; der tätige

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